Bachelor Medienmanagement

Absolvent*innen des Bachelor-Studiengangs Medienmanagement und die Themen ihrer Abschlussarbeiten (2021)

(Stand: 2021/2022)

Bytyci, Isabella
Die Theorie der Schweigespirale im Kontext kollektiver Gesundheitsthemen Inwiefern lässt sich die Theorie der Schweigespirale im Kontext der Corona-Pandemie anwenden?
2021
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Kaum ein Thema war in der letzten Zeit so präsent in den Medien und über kaum ein Thema wurde in der letzten Zeit so viel diskutiert wie über die Corona-Pandemie. Die derweil weiterhin andauernde Pandemie hat die Welt in eine völlig neue Situation versetzt. In der Bekämpfung des Virus liegt die Priorität vieler Staaten, die im Zuge dessen eine Reihe von verschiedenen Maßnahmen in Gang gesetzt haben. Davon ist nicht nur die Wirtschaft in erheblichem Maße betroffen, sondern in erster Linie auch die Gesellschaft und die Menschen an sich. Das Leben mit der Pandemie stellte insbesondere zu Beginn eine neue und unbekannte Situation für die Menschen weltweit dar. Unwissen über das Virus sorgte für Besorgnis und Angst, die immer weiter zunahmen. In der Bevölkerung lässt sich die Beobachtung festmachen, dass diese sich immer stärker polarisiert. Das Ganze beruht darauf, dass das Thema rund um Corona äußerst kontrovers diskutiert wird. Dabei liegen besonders die gesetzlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus im Fokus des öffentlichen Diskurses. Die Meinungen gehen zum einen in der Bevölkerung auseinander. Zum anderen lässt sich dies auch in der Politik beobachten. Aufgrund der hohen Relevanz der Thematik und ihres kontroversen Charakters, sind die Voraussetzungen für eine der bekanntesten kommunikationswissenschaftlichen Theorien gegeben, die sich mit der öffentlichen Meinungsbildung beschäftigt. Die Theorie der Schweigespirale wurde von Noelle-Neumann in den 1970er Jahren entwickelt und ist immer noch Bestandteil vieler Forschungen. Die Theorie wird im Rahmen dieser Arbeit herangezogen, um zu untersuchen welchen Einfluss Meinungsverteilungen zu den Corona-Maßnahmen auf Individuen haben. Die Theorie vertritt die Annahme, dass die Wahrnehmung eines bestimmten Meinungsklimas einen Einfluss auf die Redebereitschaft hat. Das bedeutet, dass Personen, die ein feindliches Meinungsklima wahrnehmen, in dem ihre eigenen Ansichten unterrepräsentiert sind, dazu tendieren über ihre Meinung zu schweigen. Zur Überprüfung der Annahme wurde ein Online-Experiment durchgeführt. Die empirischen Ergebnisse der Studie unterstützen die zentrale Annahme, dass das Meinungsklima einen Einfluss auf die Redebereitschaft hat. Personen, die sich in der Minderheit sehen, zeigen eine geringere Redebereitschaft auf. Zudem sprechen die Analysen für eine moderierende Wirkung der moralischen Ladung. Der Effekt der Schweigespirale verstärkt sich durch die moralische Ladung der Thematik.

Freese, Johanna
Glaubwürdige Influencer*innen? Eine experimentelle Studie zum Einfluss von Influencer Werbung für nachhaltige Produkte auf die wahrgenommene Glaubwürdigkeit – Am Beispiel der Instagram Influencerin Charlotte Weise
2021
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Influencer*innen gelten bei Instagram als glaubwürdige Ratgeber*innen. In der Forschung wurde die Glaubwürdigkeit von Influencer*innen auf Instagram bisher jedoch wenig betrachtet. Das Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, die Wirkung der Werbung in einem Instagram-Beitrag auf die Glaubwürdigkeit von Influencer*innen zu untersuchen. Zusätzlich werden die nachhaltigen Einstelllungen der Follower*innen und die Eigenschaften der ausgewählten Influencerin als mögliche Einflussfaktoren betrachtet. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde ein quantitatives Online-Experiment (n=291) durchgeführt. Als theoretische Basis dienten das Elaboration Likelihood Model of Persuasion und das Source Credibility Modell. Die Studie zeigte, keinen negativen Einfluss von Werbung auf die wahrgenommene Glaubwürdigkeit der Influencerin. Auch die Moderationseffekte konnten nicht bestätigt werden. Bei Betrachtung des Einflusses der Dimensionen Vertrauenswürdigkeit, Attraktivität und Expertise der Glaubwürdigkeit unabhängig von der Werbung zeigte sich jedoch, dass diese einen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit der Influencerin haben.

Glinski, Theresa
Die Auswirkungen von Wearables in Abhängigkeit unterschiedlicher Nutzungsmuster
2021
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Das wachsende Gesundheitsbewusstsein und der anhaltende Trend zur Digitalisierung sowie zur Quantifizierung gehen mit der zunehmenden Beliebtheit von Wearables, insbesondere von Aktivitätstrackern und Smartwatches, einher. Der Gebrauch dieser Technologien eröffnet Nutzer*innen zahlreiche Vorteile zur Förderung der Gesundheit sowie zur Steigerung der Fitness. Allerdings ist der Gebrauch der von Aktivitätstrackern und Smartwatches für manche Personen auch mit negativen Auswirkungen verbunden. Die Untersuchung, wie verschiedene Nutzer*innen mit den Geräten umgehen und welche positiven und negativen Auswirkungen bei welchem Nutzungsmuster auftreten, ergibt sechs verschiedene Muster, die sich in zwei Gruppen zusammenfassen lassen. Gruppe Eins umfasst solche Nutzungsmuster, bei denen Nutzer*innen einen selbstbestimmten Umgang mit dem Aktivitätstracker oder der Smartwatch aufweisen. Das Vorhandensein intrinsischer Motivation bewahrt sie größtenteils davor, negative Wirkungen wahrzunehmen. Dahingegen bedingen das Verfolgen konkreter Ziele und eine Abhängigkeit von der Technologie zahlreiche negative Konsequenzen für Personen der zweiten Gruppe an Nutzungsmustern. Das Auftreten dieser Auswirkungen wird durch bestimmte Charakterzüge determiniert.

Hagemann, Annika
Das Entlastungspotenzial von digitaler interpersonaler Mediennutzung für Personen ab 65 Jahren in der sozialen Isolation der Covid-19-Pandemie.
2021
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Die gesellschaftlichen und alltäglichen Einschränkungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie haben im Jahr 2020 für vielfältig psychische und physische Belastungen bei der deutschen Bevölkerung gesorgt. Die soziale Isolation, der viele ältere Menschen noch verstärkt durch die Kontaktbeschränkungen und Angst vor dem Virus ausgesetzt sind, stellt ein hohes Risiko für mentale und körperliche Gesundheit von Personen ab 65 Jahren dar. In dieser Arbeit konnte das Entlastungspotenzial von digitaler interpersonaler Mediennutzung in diesem Kontext mithilfe eines quantitativen Forschungsansatzes festgestellt werden. Personen ab 65, die in der sozialen Isolation der Covid-19-Pandemie eine hohe Nutzungsintensität von digitalen interpersonalen Medienkanälen aufwiesen, verfügten auch über ein - im Vergleich zu geringer Nutzungsintensität - höheres subjektives Wohlbefinden, welches maßgeblich in Wechselwirkung mit der ganzheitlichen Gesundheit eines Menschen steht.

Heide, Christoph
Alles endet (aber nie die Musik) - Eine qualitative Untersuchung der digitalen Selbstvermarktung auf Social Media Plattformen, bei ausgewählten Pop-Musik-Künstler*innen unter dem Einfluss der Covid-19-Pandemie.
2021
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Die Covid-19-Pandemie legt viele Bereiche des öffentlichen Lebens lahm. Social Distancing ist seit März 2020 im Alltag aller Menschen präsent. Gesamte Wirtschaftsbranchen stagnieren und Veranstaltungen, wie Festivals oder Konzerte werden abgesagt und verschoben. Musikschaffende werden besonders hart von der Covid-19- Pandemie getroffen. Durch reduzierte Möglichkeiten zu Liveauftritten fehlen Musikschaffenden in dieser Zeit nicht nur existenzielle Einnahmequellen, auch wichtige analoge Wertschöpfungs-potenziale gehen verloren. Musikschaffende haben allerdings durch die Digitalisierung des Musikmarktes und die Entstehung von Social Media Plattformen neue Möglichkeiten sich selbst darzustellen und zu vermarkten. So war es noch nie so leicht, unabhängig Musik zu veröffentlichen, diese über digitale Wege zu verbreiten und Werte zu schöpfen. Diese vorliegende Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Covid-19-Pandemie auf die digitale Selbstvermarktung von Pop-Musikschaffenden genommen hat. Fokussiert werden die ausgewählten Themenbereiche Nutzung von Social Media Plattformen, Vermarktungsprozesse/-konzepte, Interaktivität mit Musikkonsumierenden/Musikfans, Teilen von privaten Informationen und digitale Unsicherheiten, welche mithilfe theoretischer Vorarbeit abgeleitet wurden. Es konnte, unter dem Einsatz eines problemzentrierten Leitfadeninterviews, von sieben Pop- Musikschaffenden die Einflüsse untersucht werden. Wie die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit zeigen, wird die Relevanz auf Social Media Plattformen aktiv zu sein und Inhalte zu schaffen, nachweislich von Covid-19 verstärkt. Außerdem lässt sich feststellen, dass Covid-19 Auswirkungen auf die digitale Kreativität und erforderlichen Kompetenzen bei den befragten Musikschaffenden hat. Auch eine besondere Fokussierung von sozialen Aspekten zeigt, die unterschiedlichen Einflüsse der Covid-19- Pandemie auf die digitale Selbstvermarktung.

Hensel, Johannes
„Ich bin dann mal weg“ - Eine qualitative Untersuchung der Motive zur Durchführung eines Digital Detoxes
2019
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Das Smartphone ist angesichts zahlreicher Anwendungen im Dauerbetrieb und aus dem privaten und beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch inzwischen machen sich immer mehr Menschen bezüglich einer übermäßigen Nutzung und der permanenten „always-online“ Erwartungshaltung sorgen. Als eine Art Gegenbewegung zu der hohen Smartphone- und Social-Media-Nutzung, sowie den damit einhergehenden negativen Folgen, fungiert das Phänomen „Digital Detox“. Doch trotz wachsendem gesellschaftlichen Interesse nach dieser digitalen Entgiftung ist aus wissenschaftlicher Perspektive nur wenig über die Motive der Menschen bekannt, die sich zu einem Digital Detox entschließen. An diese Forschungslücke knüpft die vorliegende Arbeit an und erforscht, welche individuellen Motive und Entstehungskontexte zu einem Digital Detox führen. Ausgehend von einem explorativen Forschungsansatz wurden hierzu unterschiedliche Problemkomplexe der Social-Media-Nutzung beleuchtet. Anschließend dienten motivationale Erklärungsansätze dazu, einen ersten systematischen Überblick über bestehende Motive und Motivklassen zu erhalten. Auf Basis dieser theoretischen Vorarbeit wurde ein qualitativer Interviewleitfaden konzipiert und durchgeführt. Im Forschungszentrum stand die Identifizierung der zu einem Digital Detox führenden Motive seitens der Teilnehmenden. Die Ergebnisse konnten aufzeigen, dass die Teilnehmenden mehreren Motiven zur Umsetzung einer digitalen Entgiftung nachgehen. So ließ sich die bewusste Entscheidung eines Digital Detoxes seitens der sieben Teilnehmenden nicht auf einen einzelnen motivationalen Beweggrund zurückführen. Vielmehr zeigte sich ein Zusammenspiel aus mehreren Entscheidungs- und Einflussfaktoren. Die artikulierten Motive konnten in vier voneinander abgrenzbare Motivtypen unterteilt werden. Diese typologisierten Motive reichen von dem Ziel nach mehr Achtsamkeit für den gegenwärtigen Moment, bis hin zu ablenkungsfreien Zeiten für die effiziente Ausführung von arbeitsbezogenen Tätigkeiten. Die explorative Erfassung der unterschiedlichen Beweggründe für einen Digital Detox ermöglicht einen tiefen und umfassenden Einblick in die unterschiedlichen Digital-Detox-Motive und deren Entstehungskontexte.

Herzog, Michelle
Compare to Despair? Der Einfluss von sozialen Vergleichen auf die Lebenszufriedenheit und der Moderator Achtsamkeit
2021
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Die Nutzer*Innen sozialer Medien sind tagtäglich den perfekten und idealisierten Bildern anderer Personen ausgesetzt. Dies kann dazu führen, dass erhöht soziale Vergleiche wahrgenommen werden. Wenn sich eine Person vermehrt mit anderen Individuen vergleicht, die bessergestellt sind (=Aufwärts-Vergleich), kann dies starke Folgen mit sich ziehen. Die erhöhte Wahrnehmung von sozialen Vergleichen wird unter anderen mit starken Neidgefühlen, Symptomen von Depression und auch mit einer niedrigeren Lebenszufriedenheit assoziiert. Anhand dieser Informationen wurde H1 (Umso mehr ein Individuum soziale Vergleiche durch soziale Medien wahrnimmt, desto wahrscheinlich fällt die Lebenszufriedenheit geringer aus) aufgestellt. Achtsamkeit ist ein Konzept, welches als Moderator dieses Einflusses wirken könnte. In einigen Studien wird Achtsamkeit die Funktion zugeschrieben, negative Effekte der Nutzung sozialer Medien zu dämpfen. So wurde H2 aufgestellt (Je achtsamer ein Individuum ist, desto geringer fällt bei ihm der negative Zusammenhang zwischen den sozialen Vergleichen auf sozialen Medien und der Lebenszufriedenheit aus). Anhand der Durchführung einer online Befragung als Methode war es möglich, die Hypothesen zu prüfen. Somit konnten sowohl H1, als auch H2 bestätigt werden. Das bedeutet, dass sich soziale Vergleiche durch soziale Medien allgemein leicht negativ auf die Lebenszufriedenheit der Nutzer*Innen auswirken. Zusätzlich konnte erkannt werden, dass bei Personen, die achtsamer sind, ein erhöhter sozialer Vergleich einen geringen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit der Individuen hat. Bei weniger achtsamen Personen hingegen hatte ein erhöhter sozialer Vergleich einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Lebenszufriedenheit der Individuen.

Janke, Lukas
Das Fleisch-Paradoxon: Eine kommunikationswissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der fleischbezogenen kognitiven Dissonanz
2021
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Fleisch ist für viele Menschen wegen des Nährstoffgehalts und des Geschmacks ein wichtiger Teil der Ernährung. Der Großteil des konsumierten Fleischs kommt aus industrieller Massentierhaltung, in der Tiere oftmals an Stress, Krankheiten oder Verletzungen leiden. Den meisten Menschen ist das Tierwohl wichtig und sie wollen Tieren nicht schaden, tun dies aber indirekt durch ihr Essverhalten. Wenn Fleischkonsument*Innen dieses „Fleisch-Paradoxon“ bewusst wird, erleben sie kognitive Dissonanz. Das Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit ist es, zu untersuchen, inwiefern Ernährungskommunikation zu dieser fleischbezogenen kognitiven Dissonanz führt. Dabei wurde ein Einfluss der Höhe der Inkonsistenz von Einstellung und Verhalten auf die Stärke der kognitiven Dissonanz vermutet. Außerdem wurde vermutet, dass bestimmte Strategien zur Reduzierung der kognitiven Dissonanz angewendet werden. Dies wurde mithilfe einer quantitativen, experimentellen Online-Befragung überprüft, in deren Rahmen die Teilnehmer*Innen (n = 464) entweder einen Artikel über Tierleid in der Massentierhaltung oder einen Kontrollartikel gelesen haben. Die Datenanalyse zeigte, dass die Rezeption des Artikels der Ernährungskommunikation zu einem höheren negativen Affekt führte als der Kontrollartikel, was auf kognitive Dissonanz hinweist. Die Höhe der Inkonsistenz von Einstellung und Verhalten hatte keinen Einfluss auf die Stärke der kognitiven Dissonanz. Wie erwartet waren Teilnehmer*Innen mit einer stärkeren kognitiven Dissonanz eher dazu bereit, in Zukunft weniger Fleisch zu essen. Entgegen den Erwartungen führte eine stärkere kognitive Dissonanz zu weniger Zustimmung zu Rechtfertigungen des Fleischkonsums und einer höheren Einschätzung der mentalen Kapazitäten von Schweinen. Die Ergebnisse werden mit Bezug auf die Theorie der kognitiven Dissonanz und bisherige Forschung zum Fleisch-Paradoxon interpretiert. Implikationen für Akteure der Ernährungskommunikation werden diskutiert.

Kaiser, Rudolf Maximilian
Die Bereitschaft zur Meinungsäußerung auf sozialen Netzwerkseiten im Spannungsfeld von Schweige-Spirale und politischer Selbstwahrnehmung
2021
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Auf sozialen Netzwerkseiten (SNS) finden sich Informationen unterschiedlicher Qualität, mit welchen NutzerInnen interagieren. Sie können Inhalte teilen und Meinungen verbreiten. Die Bereitschaft zur Meinungsäußerung wird in einen digitalen Kontext zum Thema der COVID-Verordnungen gesetzt. Eine Online- Befragung sollte klären, ob sich ein Effekt der Schweige-Spirale oder Selbstwahrnehmung nachweisen lässt. Weder die wahrgenommene Meinungsunterstützung, noch die politische Selbstwahrnehmung beeinflussen die Bereitschaft zur Meinungsäußerung. Bei den Merkmalen von SNS hatten Anonymitätsgrad, Followerschaft-Zusammensetzung und Nutzungsmotivation keinen Einfluss. Die häufige Nutzung von Funktionen begünstigt die Bereitschaft, die Meinung über jene Funktion zu äußern. Die Forschung sollte sich intensiver mit Meinungsäußerungsbereitschaft auf SNS bezüglich COVID beschäftigen und klären, wie NutzerInnen das Thema rezipieren und bewerten, um fremde Einflussfaktoren offenzulegen.

Kittmann, Sophie
Achtsame Smartphone-Nutzung: Ein Widerspruch in sich? Eine quasi-experimentelle Untersuchung zum Einfluss der Meditationsapp 7Mind auf den Umgang mit dem Smartphone und auf das Stressempfinden
2021
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Smartphones ermöglichen es, permanent online und verbunden zu sein und auf eine Vielzahl von Informationen zuzugreifen. Dies führt nicht nur dazu, dass Menschen eine Vielzahl an Gewohnheiten mit dem Smartphone entwickelt haben und sie eine Bindung zu ihrem Smartphone aufgebaut haben, sondern auch, dass Smartphone-Aktivitäten häufig parallel zu anderen Tätigkeiten ausgeführt werden. Zusätzlich wird eine innere Verbundenheit zu Online-Inhalten und -kommunikation beobachtet. Die permanente Online-Verbundenheit mit dem Smartphone führt oft zu Stress und - damit verbunden - zu gesundheitlichen Problemen. Eine potenzielle Maßnahme, mehr Kontrolle über die Smartphone-Nutzung zu erlangen, die zu weniger Stress führt, ist Achtsamkeit. Achtsamkeit ist eine akzeptierende Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Erfahrung. Eine immer populärer werdende Möglichkeit, Achtsamkeit jederzeit und ortsunabhängig zu lernen und zu praktizieren, ist mithilfe von Achtsamkeitsapps, wie z.B. 7Mind. Im Rahmen einer quasi-experimentellen 2x1-Between-Subject-Befragung, mit zwei Befragungszeitpunkten im Abstand von drei Wochen, wurde die Wirkung der Achtsamkeitsapp 7Mind auf die automatisierte Smartphone-Nutzung und den Stress untersucht. 43 Nutzer*innen der App (Experimentalgruppe) wurden vor sowie nach der 7Mind-Nutzung befragt. Die 46 Teilnehmer*innen der Kontrollgruppe nahmen nicht an der 7Mind-Nutzung teil, wurden aber auch vor und nach einem dreiwöchigen Zeitraum befragt. Mithilfe von einfaktoriellen Varianzanalysen mit Messwiederholungen wurden die Interaktionseffekte zwischen Zeit und Gruppenzugehörigkeit ermittelt. Durch das Meditieren mit der 7Mind App erhöht sich der Grad an Achtsamkeit der Teilnehmer*innen und reduziert die habituelle Smartphone-Nutzung, die Bindung zum Smartphone, die Online-Vigilanz und das Stresslevel. Das Smartphone-Multitasking zeigt keinen signifikanten Interaktionseffekt auf. Das App-basierte Achtsamkeitstraining stärkt somit einen bewussteren Umgang mit dem Smartphone, reduziert das Stressniveau und trägt demnach zu einem höheren Wohlbefinden bei. Dies ist die erste deutschsprachige Studie, die die Wirkung der 7Mind App auf den Umgang mit dem Smartphone untersucht. Daneben liefert die Arbeit die Erkenntnis, dass das Smartphone als Medium selbst dazu beitragen kann, die zu Stress führende, problematische Nutzung zu reduzieren, und dies mithilfe der 2.500 Jahre alten Methode Achtsamkeit.

Klein, Daniel
Wahrer Fußball oder Ware Fußball? Fan-Identität in Zeiten der Kommerzialisierung
2021
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Die Kommerzialisierung des Profifußballs schreitet seit etwa zwei Jahrzehnten immer schneller voran. Für Kritiker*innen der Kommerzialisierung sind die Fans heute nur noch Konsument*innen des Produkts Bundesliga. Die kritische Einstellung einiger Fans zur Kommerzialisierung kann für den Profifußball problematisch werden, wenn sich die Fans vom Profifußball distanzieren und ihren Konsum reduzieren. Die Kommerzialisierung hat zudem das Potential, Fans in ihrer Fan-Identität zu bedrohen. Das von Richard E. Petty und John T. Cacioppo (1986) entwickelte Elaboration Likelihood Model (ELM) befasst sich mit Informationsverarbeitung und Einstellungsveränderungen und ist die theoretische Grundlage dieser Arbeit. Auf Basis des Modells werden die Faktoren Voreinstellung, Vorwissen, Relevanz, Emotionalität sowie positive und negative Emotionen in ihrer Wirkung auf die Einstellungsveränderung zur Kommerzialisierung im Profifußball überprüft. Außerdem wurde die Theorie der kognitiven Dissonanz von Leon Festinger (1957) herangezogen, um die Strategien der Fans zur Verteidigung ihrer Fan-Identität zu untersuchen. Das Untersuchungsvorhaben wurde mit einer standardisierten Online-Befragung (N=156) durchgeführt. Die Teilnehmenden bekamen randomisiert zwei unterschiedliche Stimuli zugeteilt, die sich entweder positiv oder negativ mit den Folgen der Kommerzialisierung des Profifußballs beschäftigten. Mittels einer Varianzanalyse und mehreren Regressionsanalysen wurde in der Datenauswertung der Einfluss der Stimuli auf die Einstellung zur Kommerzialisierung und der einzelnen Faktoren auf die Stärke der Einstellungsveränderung untersucht. Das Vorwissen und die Relevanz zur Kommerzialisierung hatten dabei den stärksten Einfluss auf die Einstellungsveränderung. Somit konnte das ELM auf den Forschungsgegenstand angewendet und die Einstellungsveränderungen der Proband*innen durch das Modell erklärt werden. Im Rahmen der Theorie zur kognitiven Dissonanz können Fans zudem auf vier Strategien zurückgreifen, um ihre Fan-Identität in Zeiten der Kommerzialisierung zu verteidigen. Die verschiedenen Strategien kamen von den Fans jedoch unterschiedlich stark zur Anwendung.

Köhler, Max
Print. Sucht. Frame. Wie werden Alkoholsucht und von einer Alkoholsucht betroffene Menschen in den Print-Medien dargestellt?
2021
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Print-Medien spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen. Dies hat zur Folge, dass Print-Medien einen Einfluss auf die Stigmatisierung suchterkrankter Menschen, insbesondere bei Alkoholsucht, haben. So können Print-Medien auch dazu beitragen, Stigmatisierungen abzubauen, indem sie Alkoholsucht und dessen Betroffene entsprechend darstellen. Um herauszufinden, wie Alkoholsucht und hiervon betroffene Menschen in den deutschsprachigen PrintMedien dargestellt werden, wurde über den Zeitraum eines Jahres (2019) eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt. Daran anknüpfend wurde auf Basis der Framing-Theorie nach Entman (1993) untersucht, ob bestimmte dominierende Berichterstattungsmuster, sogenannte Frames, existieren und ob sich diese in den verschiedenen Print-Medien unterscheiden. Hierzu wurde in mehreren Schritten eine hierarchische Clusteranalyse durchgeführt. Als Ergebnis der empirischen Untersuchung konnten drei Frames identifiziert werden: Gesellschaft und Beruf, Folgen einer Alkoholsucht und Alkoholsucht als Prozess. Dabei ist zu erkennen, dass Alkoholsucht am häufigsten im ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Kontext thematisiert wird. Die schwerpunktmäßige Darstellung der Folgen oder des Prozesses, welcher hinter einer Alkoholsucht steht, lässt sich nur in knapp einem Drittel der untersuchten Artikel finden. In Bezug auf die Verschiedenheit der untersuchten Print-Medien konnten keine berichtenswerten Unterschiede in der Verteilung der Frames identifiziert werden.

Köhler, Urs
Wann macht Homeoffice glücklich? Eine empirische Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit und das Stressempfinden von Personen, die im Homeoffice beschäftigt sind.
2021
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Das Homeoffice hat sich im Zuge der COVID-19 Pandemie seit dem Frühjahr 2020 zu einem zentralen Thema in der Arbeitswelt in Deutschland entwickelt. Dies überschattet jedoch, dass die Arbeit im Homeoffice ohnehin seit Jahren auf dem Vormarsch ist und sich stetig weiter ausbreitet. Die Homeoffice-Situation, die durch die Pandemie geschaffen wurde, kann somit als eine Art Katalysator für das moderne Arbeiten der Zukunft verstanden werden. Geht man davon aus, dass Homeoffice tatsächlich in den kommenden Jahren die Art, wie Menschen arbeiten, verändern wird, so sind fundierte Forschungen zu diesem Thema von größter Wichtigkeit, da sie im Zweifel enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen. Die vorliegende Studie soll hierzu einen Beitrag leisten, in dem sie die Faktoren Arbeitszufriedenheit und Stressempfinden im Homeoffice untersucht und aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht versucht, Konstrukte zu ermitteln, welche jene beeinflussen. Hierzu wurden in einer Online-Umfrage die Arbeitszufriedenheit, das Stressempfinden, das Kommunikationsverhalten, die Häufigkeit verschiedener Kommunikationsmittel, das Verhältnis zu Kolleg*innen sowie die Einschätzung der eigenen technischen Kompetenz von Personen, die im Homeoffice beschäftigt sind, ermittelt (n = 125). Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass sich eine häufige Kommunikation im Homeoffice generell positiv auf die Arbeitszufriedenheit auswirkt. Dabei scheint es jedoch nicht wichtig zu sein, ob diese Kommunikation persönlich oder online stattfindet. Personen, die im Homeoffice arbeiten, sind darüber hinaus zufriedener, je häufiger sie die Kommunikationstechnologien E-Mai, Telefon und Videotelefonie nutzen. Auch eine gute Einschätzung der eigenen Kolleg*innen wirkt sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus, ebenso wie die selbst eingeschätzte Technikkompetenz. Diese hat aber wiederum keinen Effekt auf das Stressempfinden. Anhand der Ergebnisse lassen sich demnach wichtige Implikationen für die Kommunikationswissenschaft und Wirtschaft ableiten.

Kuhls, Anne
Digitalisierung im Eilverfahren – Wie verändert der Einsatz digitaler Kommunikationsmittel während der Corona-Pandemie die soziale Beziehung zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen?
2021
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Die Corona-Pandemie hat 2020 in Deutschland und weltweit zu großen gesellschaftlichen Veränderungen geführt. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, wurden im März in Deutschland unter anderem die Schulen geschlossen. Die Schulschließungen führten in den meisten Fällen zu einem verstärkten Einsatz digitaler Kommunikationsmittel, um „Fernunterricht“ zu ermöglichen. In dieser Arbeit wurde untersucht, welche sozialen Veränderung in der Beziehung zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen mit der veränderten Mediennutzung einhergehen. Dafür wird zuerst ein theoretischer Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Mediennutzung an deutschen Schulen gegeben. Anschließend werden kommunikationswissenschaftliche Konzepte vorgestellt, die Aufschluss über die Verbindung zwischen sozialem Wandel und veränderter Mediennutzung geben. Um die Forschungsfrage „Wie hat die ausschließlich digitale Kommunikation aufgrund der Corona-Pandemie die Lehrer-Schüler-Beziehung verändert?“ zu beantworten, wurden qualitative Interviews mit Lehrer*innen durchgeführt. Die zentralen Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass eine Ausdifferenzierung der individuellen Lehrer-Schüler-Beziehungen statt-gefunden hat. Einerseits nahmen Lehrer*innen ein näheres Verhältnis zu ihren Schüler*innen wahr. Andererseits wurde auch von zunehmender Distanz durch die Mediennutzung berichtet. Die Ausdifferenzierung der individuellen Beziehungen birgt die Chance auf individualisierten Unterricht, der unter bestimmten Umständen förderlich für die Schüler*innen sein kann. Allerdings ist mit der Ausdifferenzierung auch das Risiko einer weiter auseinandergehenden Leistungsschere verbunden.

Lorenz, Anna-Lena
Und wie partizipierst Du? Eine quantitative Untersuchung des Einflusses von sozialen Norman auf die politische Partizipation
2021
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Politische Partizipation ist mit all ihren Beteiligungsmöglichkeiten zwischen Wahlbeteiligung, der Teilnahme an Petitionen und Demonstrationen und sogar gewaltsamen Protesten aus politischer und gesellschaftlicher Sicht ebenso essenziell wie aktuell und kann als ein Grundpfeiler der Demokratie angesehen werden. Weltweit beteiligen sich Bürger an Aktionen von Bewegungen und Initiativen, um die politischen Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozesse zu beeinflussen. Beispiele sind die Schülerbewegung Fridays for Future, die Black Lives Matter-Bewegung oder auch Demonstrationen für Europa und die Seenotrettung von Geflüchteten. Beim Blick auf den Kreis der Teilnehmer von beispielsweise Fridays for Future-Demonstrationen sind vor allem junge Erwachsene und viele Schüler zu erkennen. Es kommt die Vermutung auf, dass sich viele der Teilnehmer von ihrem sozialen Umfeld beeinflussen lassen und nur bei den Demonstrationen mitmachen, weil es andere von ihnen erwarten. Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss von sozialen Normen auf die politische Partizipation. Es stellt sich die Frage, ob sich vor allem junge Menschen von Normen (deskriptive und injunktive Normen) bei ihren Entscheidungen beeinflussen lassen und dies eine Auswirkung auf ihre politische Beteiligung hat. Junge Menschen sind vor allem im Internet aktiver und könnten dort u.a. durch soziale Netzwerke beeinflusst werden. Mittels einer Online-Befragung wurden Daten mit insgesamt 325 Teilnehmern erhoben. Die Auswertung dieser erfolgte über eine einfache Mediation des Hayes Makro (2017). Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten Effekte zwischen dem Alter und der politischen Partizipation, der Einfluss von sozialen Normen auf die politische Partizipation weist jedoch einen signifikanten Effekt auf. Vor allem injunktive Normen mediieren die politische Partizipation.

Löw, Finn
Ökonomische, soziale und kulturelle Werte von Livestream-Konzerten und anderen Videoformaten in der klassischen Musik – eine qualitative Untersuchung
2021
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Viele Musiker*innen und Veranstalter*innen der klassischen Musikbranche in Deutschland wurden durch die Beschränkungen in der Corona-Pandemie 2020-2021 vor die Wahl gestellt: Nichts tun, abwarten und sich mit Corona-Hilfen und branchenfremden Jobs durch die Zeit retten, oder neue digitale Formate entwickeln und online den Kontakt mit dem Publikum suchen. So hat sich ein Großteil der Konzertkultur ins digitale Umfeld verlagert und es wurden Livestream- und andere Videoformate von Veranstalter*innen und Musiker*innen für das Publikum entwickelt. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob Veranstalter*innen klassischer Musik mittels Livestream- und andere Videoformate ökonomische, soziale oder kulturelle Nutzeninnovationen für sie selbst und ihr Publikum geschaffen haben. Zur Untersuchung wird die Blaue-Ozean-Strategie nach W. Chan Kim und Renée Mauborgne und ihrem Modell der Nutzeninnovation als Grundlage verwendet. Das ökonomische Modell wird um den Begriff des sozialen Kapitals und des inkorporierten Kulturkapitals nach Pierre Bourdieu erweitert. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden qualitative Experteninterviews mit Vertreter*innen der drei Institutionen Staatsoper Hannover, Takt1 und Studio4Culture geführt. Es konnte gezeigt werden, dass alle drei Institutionen keine ökonomische Nutzeninnovation für sie selbst geschaffen haben, da die Kosten durch Livestream- und andere Videoformate im Vergleich zu Präsenzkonzerten bisher nicht gesenkt werden konnten. Ähnlich sieht es bei der Entwicklung neuer Möglichkeiten zur Schaffung sozialen Kapitals für das Publikum aus. Auch wenn hier die drei Institutionen zum Teil unterschiedliche Formate entwickelt haben, ist es für das Publikum kaum möglich, neue Beziehungen zu anderen Teilnehmenden über die Veranstaltungen hinaus durch die digitalen Angebote zu schaffen. Deshalb wurde auch hier keine soziale Nutzeninnovation ermittelt. Die Musikvermittlungsprogramme der Staatsoper Hannover und Studio4Culture konnten durch digitale Angebote eine Nutzensteigerung für die Teilnehmer*innen und eine Aufwandsreduktion für die Veranstalter*innen bewirken. Für diese Formate konnte somit eine kulturelle Nutzeninnovation festgestellt werden.

March, Leon
Werbewirkung zur Elektromobilität am Beispiel des Volkswagen ID.4
2021
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Das Verständnis von Wirkungsauslösungen bei den Rezipierenden ist bedeutend bei gesellschaftskritischen Themen wie der Elektromobilität. Der Autor der vorliegenden Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie Werbung zur Elektromobilität wirkt. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein einfaktorielles Online-Experiment im Between-Subject-Design durchgeführt (N = 242). Gezeigt wurden den Teilnehmenden zwei Werbeclips zum Volkswagen ID.4, die sich überwiegend inhaltlich unterschieden. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie brachten hervor, dass ein überwiegend inhaltlich veränderter Werbeclip zu keiner unterschiedlichen Werbewirkung führt. Die inhaltliche Veränderung in Form der Produkteigenschaft nimmt keinen Einfluss auf die Wahrnehmung der Werbung durch die Rezipierenden. Insgesamt konnte diese Studie dazu beitragen, bisherige Erkenntnisse zu überprüfen und eine Gestaltungsempfehlung von Werbung zur Elektromobilität auszusprechen.

Metzen, Martin Lorenzo
Inwiefern verändert sich durch die Digitalisierung die Wahlkampfkommunikation auf der kommunalpolitischen Ebene? - Eine qualitative Untersuchung der Wahlkampfkommunikation anhand von Kommunalpolitiker*innen der SPD
2021
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Die Arbeit setzt sich mit der Digitalisierung der politischen Kommunikation während der Durchführung von Wahlkämpfen auf der kommunalpolitischen Ebene auseinander. Hierbei soll der Frage nachgegangen werden, welche Veränderungen in der Wahlkampfkommunikation der lokalpolitisch agierenden Personen durch Einflüsse der Digitalisierung erkennbar werden. Das Auftreten und Nutzen moderner, digitaler Kommunikationsmittel wird dabei als Merkmal der Digitalisierung betrachtet. Um sich der Thematik angemessen zu nähern, werden grundlegende Bestandteile der Wahlkampfkommunikation und der Digitalisierung zu Beginn erläutert. Darauf baut der theoretische Hintergrund der Arbeit auf. Dieser ergibt sich aus unterschiedlichen Theorien und Modellen, welche sich mit den Veränderungen von politischer Kommunikation befassen, wie die Medialisierung oder die Modernisierung der Wahlkampfkommunikation, sowie Modelle zur Entwicklung politischer Kampagnen. Die Orientierung an Studien über höhere politische Ebenen als die der kommunalpolitischen dient bei der theoretischen Vorarbeit als Grundlage, da hier Veränderungen belegbar sind. Um diese Veränderungen auf der kommunalpolitischen Ebene nachzuweisen, wird eine Reihe qualitativer Interviews mit Politiker*innen geführt, die in unterschiedlichen Positionen wie Bürgermeister*innenamt oder Stadtratsmandat tätig sind und daher ein hohes Involvement zum Thema besitzen. In diesen Interviews zeigt sich, dass in den vergangenen Jahren ein deutlicher Wandel der Wahlkampfkommunikation eingesetzt hat und die Wahlkämpfe auf nahezu jeder Ebene digitaler geworden sind. Die in der Theorie betrachteten Veränderungen lassen sich somit auch in der Kommunalpolitik an individuellen Beispielen nachweisen. Die Ergebnisse dieser Arbeit leisten daher neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der politischen Kommunikation und können als Grundlage für weitere Forschungen verstanden werden.

Meyer, Clemens
Strategien von Filmfestivals in Deutschland im Umgang mit den durch die COVID-19 Pandemie geltenden Einschränkungen unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Bedeutung der Festivals für den deutschen Film.
2021
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Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Strategien von deutschen Filmfestivals während der COVID-19 Pandemie auseinander und versucht dabei nachzuvollziehen, wie die Festivals unter den geltenden Einschränkungen Ausgaben durchgeführt oder aber auch abgesagt haben. Bei der Untersuchung der Strategiefindung wird dabei ein besonderer Wert auf die wirtschaftlichen Stakeholder von Filmfestivals aus der Filmindustrie gelegt, inwiefern sie die Strategiefindung der Festivals beeinflusst haben, wie sie auf die Strategie reagiert haben und wie die wirtschaftlichen Aufgaben, die für sie erfüllt werden, von der Strategie beeinflusst wurden. Aber auch der Komplex des verstärkten Aufkommens von Online-Filmfestivals soll aufgearbeitet, sowie ein langfristiger Ausblick auf die Veränderungen in der deutschen Filmfestivallandschaft durch die Pandemie gegeben werden. Diese Arbeit ist damit in der wissenschaftlichen Disziplin der film festival studies angesiedelt und basiert zu großen Teilen auf der in ihr durchgeführten Forschung zu Filmfestivals aus der Prä-Pandemie Zeit. Das Forschungsvorhaben wird anhand von qualitativen Experteninterviews mit Filmfestivalleiter*innen durchgeführt. Dabei werden für diese Arbeit fünf der wichtigsten deutschen Filmfestivals untersucht, die Internationalen Filmfestspiele Berlin, das Filmfest München, das Filmfest Hamburg, das Filmfestival Max Ophüls Preis und die Internationalen Hofer Filmtage. Die Auswertung der Interviews lässt dabei vor allem erkennen, dass der Mittelpunkt der Frage nach der Strategiefindung in der Position der Festivalleiter*innen zu Online-Filmfestivals lag. Die Frage nach der digitalen Präsentation von Filmen im Rahmen von Filmfestivals ist damit auch Kern der langfristigen Entwicklung von Filmfestivals über die Pandemie hinaus. Dabei zeigt sich aber tatsächlich eine Veränderung der Position der Rechteinhaber*innen zu der Vergabe von Onlinerechten an Festivals, die Erschließung neuer Zielgruppen, sowie die Öffnung von Filmmärkten durch die Integration von digitalen Bestandteilen, aber auch die an vielen Stellen nicht ins digitale versetzbare Veranstaltungs-Natur von Festivals wird deutlich sichtbar. Allerdings stehen durchaus auch Aspekte der öffentlichen Förderung im Mittelpunkt der Entscheidungen, sowie eine differenzierte Sicht der Festivalleiter*innen auf Branchenentwicklungen. Die in dieser Arbeit erlangten Ergebnisse liefern tiefergehende Einblicke in die Entscheidungsfindung von Filmfestivals, sowie ein breiteres Verständnis der sich im Umbruch befindenden Filmindustrie.

Meyer, Dorothea
NIE WIEDER „SLUT“! Zur Wirkung einer unterhaltenden Präventionskampagne gegen das Phänomen „Slut-Shaming“ zur Minderung von sexueller verbaler Diskriminierung gegenüber Frauen
2021
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Alltäglich sind Frauen online als auch offline von sexueller verbaler Diskriminierung betroffen und werden aufgrund ihres vermeintlich sexuellen Verhaltens verleumdet und abgewertet. So werden nach wie vor geschlechtliche Normvorstellungen sowie sexuelle Stigmata aufrechterhalten, die zu geschlechtsbezogenen Ungleichheiten in der Gesellschaft führen. Durch soziale Medien wie Instagram wird die sexuelle Herabwürdigung von Frauen, auch bekannt unter dem Begriff „Slut-Shaming“, verstärkt. Mittels Entertainment Education können unterhaltende Bildungsbeiträge medial eingesetzt werden, um das Bewusstsein, die Einstellung als auch das Verhalten im Sinne der vermittelten Informationen zu beeinflussen. Die Strategie ist ein erfolgreiches Instrument, um u. a. soziale Problematiken zu adressieren und zu minimieren. Diese Arbeit stellt im Rahmen eines Online-Experiments (n = 284) den Einfluss dieser Kommunikationsstrategie dar, indem die Wirkung von unterhaltenden im Vergleich zu neutralen Instagram-Beiträgen zum Thema „Slut-Shaming“ auf das Problembewusstsein, die Einstellung als auch die Verhaltensintention gegenüber der sexuellen verbalen Diskriminierung von Frauen untersucht werden. Als theoretisches Fundament dient dabei das Entertainment Overcoming Resistance Model von Moyer-Gusé (2008). Es modelliert, inwiefern Entertainment Education die verschiedenen Formen des Widerstands durch ein erhöhtes Involvement in die Narrative überwinden kann. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgte mittels t-Tests für unabhängige Stichproben. Entgegen der aufgestellten Hypothesen hatte die Art des Instagram-Beitrages zum Thema „Slut-Shaming“ keinen Einfluss auf die Einstellung und die Verhaltensintention gegenüber der sexuellen verbalen Diskriminierung von Frauen. Die geplante Prüfung des Einflusses auf das Problembewusstsein war aufgrund eines technischen Fehlers nicht möglich.

Moltzahn, Marta
Unterstützung da bieten, wo andere sich ablenken - Die Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Unterstützung in sozialen Medien hinsichtlich der psychosozialen Gesundheit.
2021
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Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Dysfunktionalitäten der auf sozialen Medien gebotenen sozialen Unterstützung in Bezug auf die psychosoziale Gesundheit sichtbar zu machen und unter Anwendung der social support Theorie direkte Optimierungsvorschläge zu erarbeiten. Der Fokus liegt hierbei auf der Quelle der Unterstützungsleistung und wird unterschieden in laienhaft und professionell. Die Untersuchungsdaten wurden qualitativ anhand von 13 Leitfadeninterviews mit User*innen der sozialen Medien erschlossen, die sich im Alter zwischen 20 und 29 Jahren befinden. Anschließend wurden diese mit einer induktiven Vorgehensweise ausgewertet und kategorisiert, sodass verschiedene Ebenen innerhalb der Ergebnisse sichtbar wurden. Die Resultate der Untersuchung zeigen, dass alle Arten von sozialer Unterstützung auch in den sozialen Medien wahrgenommenen werden. Die wesentlichen Bedenken bei sozialer Unterstützung von Laien sind personenbezogene Bedenken und die fehlende Ausbildung. Die genannten Vorteile beziehen sich auf die Oberkategorien Persönlichkeitsmerkmale, die zuvor genannte fehlende Ausbildung und die eigens gemachten Erfahrungen. Bei den professionellen Hilfsangeboten sind die übergeordneten Bedenken Kosten, Datenfallen, personenbezogene Bedenken und technisch bedingte Bedenken. Während die Vorteile sich auf die Zugänglichkeit und die Ausbildung beschränken. Die Gründe für die Nichtinanspruchnahme von sozialer Unterstützung aus den sozialen Medien sind bevorzugte anderweitige Unterstützungsquellen, die technisch bedingte Ablehnung, Charakteristika des Unterstützungsangebotes und fehlende Berührungspunkte. Der Kern bei der Optimierung von sozialer Unterstützung in den sozialen Medien hinblicklich der psychosozialen Gesundheit ist sowohl bei laienhaften als auch bei professionellen Unterstützungsangeboten der Aufbau einer Vertrauensbasis.

Morais Duarte, Ashley
Let’s Talk about SEXism – Eine experimentelle Untersuchung zum Einfluss der sexualisierten Objektifizierung des Erscheinungsbildes einer Influencerin auf ihre Glaubwürdigkeit und ihrer politischen Botschaft
2021
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Fotos von weiblichen Influencern auf denen der Fokus auf dem Körper liegt, werden häufiger von Rezipierenden sexualisiert und kritisiert. Durch die Verlagerung von politischen Informationen in die sozialen Netzwerke, wie Instagram agieren Influencerinnen immer häufiger als Nachrichtenquelle und positionieren sich politisch. Dabei führt der visuelle Fokus auf das Erscheinungsbildes zu einer sexualisierten Objektifizierung einer Influencerin, welche sich negativ auf die Glaubwürdigkeitsbeurteilung auswirken kann. Basierend auf bestehender Forschung und Theorien wurde für die vorliegende Arbeit eine Studie durchgeführt. Das Ziel dieser Studie liegt darin, die Auswirkungen der sexualisierten Objektifizierung eines freizügigen Erscheinungsbildes einer Influencerin auf ihre Glaubwürdigkeit und ihrer politischen Botschaft zu untersuchen. Folglich wird sich auf die Objektifizierungstheorie, auf das heuristisch-systematische Modell sowie auf die Source- und Message Credibility bezogen. In einem Online-Experiment (N = 221) werden zwei unterschiedliche Instagram-Posts der Influencerin Hannah Müller-Hillebrand gezeigt. Es wird ermittelt, ob der Post mit einem freizügigen im Gegensatz zu einem nicht-freizügigen Erscheinungsbild eine stärkere sexualisierte Objektifizierung durch die Rezipierenden hervorruft sowie eine geringere Glaubwürdigkeitszuschreibung ihrer Person und der politisch geäußerten Botschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass ein freizügiges Erscheinungsbild der Influencerin zu einer geringeren Glaubwürdigkeitseinschätzung ihrer Person führt. Neben dem direkten Effekt ist vor allem die Rolle der sexualisierten Objektifizierung hervorzuheben, welche den Einfluss eines freizügigen Erscheinungsbildes auf die Glaubwürdigkeitsbeurteilung mediiert. Einen besonderen Einfluss hat die Objektifizierung bei der Beurteilung der politischen Botschaft. Diese wird nur als unglaubwürdig eingeschätzt, wenn das freizügige Erscheinungsbild zuvor objektiviert wurde. Folglich führt ein freizügiges Erscheinungsbild zu einer sexualisierten Objektifizierung, die zu einer geringeren Glaubwürdigkeitseinschätzung führt.

Neumann, Anna
Kunst oder Konsum? – Eine empirische Untersuchung zur Wirkung von Produktverlinkungen auf die visuell-ästhetisch empfundene Unterhaltsamkeit und das Gefallen von Unternehmensbeiträgen auf Instagram
2021
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Das Soziale Netzwerk Instagram gilt als Ort für kreative, künstlerische und ästhetische Foto- und Videoinhalte. Seit Einführung von Instagram Shopping sind auch Produktverlinkungen in Beiträgen auf der Plattform möglich. Zahlreiche Unternehmen nutzen diese Kombination aus Bild und Verlinkung zur Präsentation ihrer Produkte. An die Seite der Kunst tritt der Konsum. Da das Soziale Netzwerk Instagram für Unternehmen eine relevante Plattform zur Kommunikation darstellt, ist der Erfolg der dort veröffentlichten Produktdarbietungen entscheidend. Diese Arbeit soll daher Handlungsempfehlungen zum Einsatz der Produktverlinkungen und zur Gestaltung von Werbebeiträgen auf Instagram ermitteln. Mit Durchführung einer Online-Befragung im experimentellen Design (n = 199) wird dazu die Wirkung der Produktverlinkungen auf die visuell-ästhetisch empfundene Unterhaltsamkeit und das Gefallen von Unternehmensbeiträgen auf Instagram untersucht. Zudem wird betrachtet, inwiefern das Gefallen eines Beitrages einen Einfluss auf die Intention zur weiteren Information über die gezeigten Produkte nimmt. Der theoretischen Fundierung dienten die Konstrukte der Einstellung gegenüber der Werbung nach MacKenzie und Lutz (1989) und der Werbewert von Ducoffe (1995). Zudem wurde die Theorie der psychologischen Reaktanz nach Brehm (1966) zur Erklärung des Miss-fallens eines Werbebeitrages herangezogen. Zur Auswertung der erhobenen Daten erfolgte die Durchführung von Varianz- und Regressionsanalysen. Unter Bestätigung der aufgestellten Hypothese wirkte sich die visuell-ästhetisch empfundene Unterhaltsamkeit durch Verwendung entsprechender Bildmotive positiv auf das Gefallen eines Unternehmensbeitrages auf Instagram aus. Mit höherem Gefallen einer solchen Produktdarbietung ging eine stärkere Intention zur weiteren Informationssuche einher. Ein negativer Einfluss durch eine im Beitrag integrierte Produktverlinkung sowie eine Wechselwirkung dieser mit der visuell-ästhetischen Unterhaltsamkeit des Bildmotives ließen sich entgegen der aufgestellten Hypothesen nicht bestätigen. Die Ergebnisse zeigen insgesamt die Relevanz der gezielten Gestaltung von Werbebeiträgen im Sozialen Netzwerk Instagram, bei der insbesondere visuell-ästhetisches Bildmaterial eingesetzt werden sollte, um einen Unterhaltungsfaktor zu generieren und wichtige Verhaltenskonsequenzen zu beeinflussen.

Pavlovsky, Marie
Blackfishing – Warum Ethnizität kein ‚Trend‘ ist. Eine empirische Untersuchung der rezipientenseitigen Wahrnehmung von kultureller Aneignung in Form von Blackfishing bei Influencerinnen auf Instagram.
2021
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Shirin David, Ariana Grande, die Kardashians-Schwestern: Immer mehr Künstlerinnen inszenieren sich mithilfe von Make-up oder Tanning-Spray als ‚Schwarze‘ Frauen, um einem neuen Schönheitsideal zu entsprechen und von dieser Aufmachung zu profitieren. Besonders in der Pop-Kultur sowie in sozial-medialen Räumen wie Instagram lässt sich die Praxis Namens Blackfishing beobachten. Blackfishing ist eine extreme Form von kultureller Aneignung durch überwiegend weiße kaukasische Frauen. Diese Frauen bemächtigen sich ‚Schwarz‘-gelesener Merkmale, wie volle Lippen, eine kurvige Figur oder dunkle Haut ungeachtet der Rassismen und Sexismen, die damit einhergehen. Bisher erhielt die Praxis des Blackfishings lediglich mediale Aufmerksamkeit. Daher ist das Ziel dieser Arbeit, einerseits zu untersuchen, inwieweit kulturelle Aneignung in Form von Blackfishing bei Influencerinnen auf Instagram rezipientenseitig erkannt sowie bewertet wird. Anderseits soll erforscht werden, ob die aus der Theorie hergeleiteten Determinanten kritische Medienkompetenz, interkulturelle Sensibilität und die Nähe zur Gruppe der People of Color einen Einfluss auf das Erkennen und Bewerten leisten. Basierend darauf wurden die durch eine quantitative Online-Befragung (N = 158) erhobenen Daten mittels deskriptiver Statistik sowie einer binominal logistischen und multiplen Regression geprüft. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass die Praxis des Blackfishings durchschnittlich durch die Rezipient:innen nicht eindeutig erkannt und nach Enttarnung dieser Praxis von diesen eher kritisch bewertet wird. Die Determinante der kritischen Medienkompetenz liefert auf der Ebene des Erkennens einen signifikanten Einfluss. Auf der Ebene des Bewertens tragen die Determinanten der interkulturellen Sensibilität und der Nähe zur Gruppe der People of Color teils signifikant zur Erklärleistung bei. Die Studie ist die erste, die die rezipientenseitige Wahrnehmung der kulturellen Aneignung durch Blackfishing quantitativ untersucht. Dementsprechend liefert die Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Phänomens des rassistisch geprägten ‚Schönheitstrends‘ namens Blackfishing.

Petersen, Finja
Der Algorithmus und Du. Eine quantitative Untersuchung zum Bewusstsein für algorithmische Vorselektion und nutzerzentrierte Personalisierungsmöglichkeiten in sozialen Netzwerken
2021
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Soziale Netzwerke wie Instagram, Twitter und Facebook erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile verbringt der Großteil der Bevölkerung täglich Zeit im Internet und verlagert seine Kommunikation immer häufiger in den digitalen Raum. Die dabei zu sehenden Inhalte werden inzwischen nicht mehr nach chronologischer Reihenfolge angezeigt, sondern mithilfe von Meta-Daten der Nutzer*innen selektiert, sortiert und empfohlen. Dies geschieht durch Algorithmen. Nutzer*innen können die dafür eingesetzten Algorithmen beeinflussen, beispielsweise durch das Ändern von Profileinstellungen. Diese Arbeit liefert einen Beitrag zu der Frage, inwieweit es Nutzer*innen bewusst ist, dass Algorithmen in sozialen Netzwerken die Inhalte vorselektieren. Außerdem untersucht sie das Bewusstsein für die nutzerseitigen Personalisierungsmöglichkeiten. Des Weiteren steht der Bezug von vielfältigen Informationen in sozialen Netzwerken in dieser Arbeit im Fokus und inwiefern das Bewusstsein für Algorithmen die Nutzung von Strategien zur Informationsvielfalt beeinflusst. Für die Umsetzung des Forschungsinteresses wurde unter Nutzer*innen und Nicht-Nutzer*innen von sozialen Netzwerken eine quantitative Online-Umfrage durchgeführt (n = 220). Die Ergebnisse zeigen auf, dass die Befragten ein hohes Bewusstsein für Algorithmen besitzen und sich den expliziten und impliziten Personalisierungsmöglichkeiten in sozialen Netzwerken bewusst sind. In Bezug auf den Einfluss von Algorithm Awareness auf die vielfältigen Informationsbezüge wurde bei höherem Bewusstsein für Algorithmen ein geringeres Interesse an einer Nutzung dieser Strategien aufgezeigt. Insbesondere das Bewusstsein für das menschlich-algorithmische Wechselspiel konnte als ein signifikanter Einflussfaktor festgestellt werden. Diese Studie liefert als erste im deutschsprachigen Raum quantitative Ergebnisse auf dem Gebiet der Kommunikationsforschung über das Bewusstsein für algorithmische Prozesse.

Rasch, Luca-Sofie
»Männer würden auch nicht zweifeln« - Eine qualitative Untersuchung zum Einfluss beruflicher und privater Kommunikations-erfahrungen auf die Bereitschaft von Frauen, sich für Führungspositionen zu bewerben
2021
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Die bestehende Disparität von Geschlechtern auf Führungsetagen ist seit Jahren Teil des öffentlichen Diskurses. Eindeutige Vorteile von geschlechtlich gemischten Führungsteams sind bekannt und die Einführung diverser gesetzlicher Regelungen verdeutlicht den notwendigen Wandel bezüglich der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Führungspositionen. Trotz dessen zeigen aktuelle Auswertungen die vertikale Geschlechtersegregation auf Führungsebenen deutscher Unternehmen. Potenzielle Ursachen dieser Thematik wurden wissenschaftlich erforscht. Deutlich wird jedoch, dass die zwischenmenschliche Kommunikation als grundlegende Interaktion der Gesellschaft bisher kaum als mögliche Erklärung der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen berücksichtigt wurde. Aufbauend auf diesem Sachverhalt betrachtet die vorliegende Arbeit die Auswirkungen beruflicher und privater Kommunikationserfahrungen auf die Bereitschaft von Frauen, sich für Führungspositionen zu bewerben. Mittels der Durchführung von Leitfadeninterviews werden vor diesem Hintergrund Kommunikationserfahrungen ermittelt, die potenziellen Einfluss auf die Führungsbereitschaft von Frauen haben. Gestützt wird die theoretische Fundierung auf der Theory of Planned Behavior nach Ajzen (1985). Anhand dieser Theorie wird die erfahrene Kommunikation hinsichtlich ihrer Wirkung auf die persönliche Einstellung, die subjektive Norm sowie die wahrgenommene Verhaltenskontrolle von Frauen bezüglich ihrer Entscheidung für eine Führungsposition untersucht. Zur Auswertung des erhobenen Datenmaterials wird eine qualitative Inhaltsanalyse durchgeführt, mittels derer die Kommunikationserfahrungen codiert und entsprechend der drei Determinanten der Verhaltensabsicht beurteilt werden. Die Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass zwischenmenschliche Kommunikation entscheidende positive und negative Auswirkungen auf die Bereitschaft von Frauen hat, sich für eine Führungsposition zu bewerben. Es werden vor diesem Hintergrund explizite Quellen und Inhalte der Kommunikation benannt, die stärkenden oder schwächenden Einfluss auf die Führungsbereitschaft von Frauen haben. Die vorliegende Arbeit liefert somit einen ersten Erklärungsansatz für die Auswirkungen zwischenmenschlicher Kommunikation auf die Führungsbereitschaft von Frauen und verdeutlicht den weiterführenden Forschungsbedarf.

Schlutter, Marie
Sexualisierung der Frau auf Instagram – eine empirische Analyse des Vorkommens und der Auswirkungen von Sexualisierungen auf Instagram
2021
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In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, welche unterschiedlichen Formen von Sexualisierungen sich auf Instagram gegenüber Frauen äußern und wie sich diese auf betroffene Frauen auswirken. Hierfür nahmen 235 Frauen ab 18 Jahren an einer Online-Umfrage zu erlebten Sexualisierungen auf Instagram, ihrem diesbezüglichen Empfinden und psychischem Wohlbefinden, einer daraus resultierenden möglichen Selbstzensur und Selbstobjektivierung sowie zu ihrem Umgang mit entsprechenden Sexualisierungen und ihrem Selbstwertgefühl teil. Insgesamt wurden diesbezüglich fünf verschiedene Hypothesen aufgestellt, untersucht und statistisch ausgewertet. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Frauen auf unterschiedliche Art und Weise auf Instagram sexualisiert werden, sie die entsprechenden Sexualisierungen als überwiegend negativ empfinden und ein Großteil der befragten betroffenen Frauen etwas gegen diese unternimmt. Außerdem haben entsprechende Sexualisierungen keinen negativen Einfluss auf ihr psychisches Wohlbefinden und ihr Selbstwertgefühl, sie bewirken ebenfalls nicht, dass sich betroffene Frauen nach ihrem Erleben selbst objektivieren sowie auf Instagram zensieren. Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert und sich mit den Limitationen dieser Arbeit befasst.

Spreen, Nico
Populismus & der Wunsch wütend zu bleiben – Eine empirische Untersuchung der Entscheidung für die Suche und Vermeidung politischer Informationen anhand der Theorie des motivierten Informationsmanagements
2021
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Demokratische Systeme setzen informierte Bürger:innen voraus, um funktionieren zu können. Ohne Informationen ist die politische Meinungsbildung sowie Beteiligung nicht möglich. In einer zunehmenden Vielfältigkeit an Angeboten politischer Informationen müssen Bürger:innen selbst entscheiden, welche Informationen ausgewählt oder vermieden werden. Diese Forschungsarbeit untersucht daher die Motivation zur Entscheidung einer Suche sowie Vermeidung politischer Informationen auf Basis des Unsicherheitsmanagements und arbeitet Strategien des politisch motivierten Informationsmanagements heraus. Dabei werden die Emotionen Angst, Wut, Hoffnung sowie Begeisterung im Umgang mit der kognitiven Unsicherheit im politischen Kontext vermutet, die als wichtige Determinanten im politischen Verhalten gelten. Der Managementprozess wird unter Heranziehung der revised Theory of Motivated Information Management hypothesengeleitet geprüft. Die Arbeit adaptiert diese auf die allgemeine Suche und Vermeidung von Informationen zum Populismus. Die Hypothesen werden mittels Online-Befragung (N = 456) durch das SoSci-Panel analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass aufgrund des Informationsdefizites zum Populismus Angst und Wut ausgelöst werden. Hoffnung und Begeisterung resultieren nicht aus der Unsicherheit. Durch die Suche nach Informationen zum Populismus soll die Angst reduziert und die Wut verstärkt werden. Die Informationsvermeidung hilft, die Angst nicht zu verschlimmern. Diese Befunde lassen sich mit der links-orientierten Stichprobe und dem überwiegenden Rechtspopulismus in Deutschland erklären. Diese Studie liefert erste Erkenntnisse in Bezug auf das politisch motivierte Informationsmanagement und dessen angewandten Strategien. Zudem wird die TMIM in der Evaluationsphase um den Aspekt der Wirksamkeitsbewertung einer Vermeidung von Informationen ergänzt und die Rahmenbedingungen werden neben der interpersonellen auf die mediale Kommunikation erfolgreich geöffnet.

Spreen, Nico
Populismus & der Wunsch wütend zu bleiben – Eine empirische Untersuchung der Entscheidung für die Suche und Vermeidung politischer Informationen anhand der Theorie des motivierten Informationsmanagements
2021
Abstract lesen

Demokratische Systeme setzen informierte Bürger:innen voraus, um funktionieren zu können. Ohne Informationen ist die politische Meinungsbildung sowie Beteiligung nicht möglich. In einer zunehmenden Vielfältigkeit an Angeboten politischer Informationen müssen Bürger:innen selbst entscheiden, welche Informationen ausgewählt oder vermieden werden. Diese Forschungsarbeit untersucht daher die Motivation zur Entscheidung einer Suche sowie Vermeidung politischer Informationen auf Basis des Unsicherheitsmanagements und arbeitet Strategien des politisch motivierten Informationsmanagements heraus. Dabei werden die Emotionen Angst, Wut, Hoffnung sowie Begeisterung im Umgang mit der kognitiven Unsicherheit im politischen Kontext vermutet, die als wichtige Determinanten im politischen Verhalten gelten. Der Managementprozess wird unter Heranziehung der revised Theory of Motivated Information Management hypothesengeleitet geprüft. Die Arbeit adaptiert diese auf die allgemeine Suche und Vermeidung von Informationen zum Populismus. Die Hypothesen werden mittels Online-Befragung (N = 456) durch das SoSci-Panel analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass aufgrund des Informationsdefizites zum Populismus Angst und Wut ausgelöst werden. Hoffnung und Begeisterung resultieren nicht aus der Unsicherheit. Durch die Suche nach Informationen zum Populismus soll die Angst reduziert und die Wut verstärkt werden. Die Informationsvermeidung hilft, die Angst nicht zu verschlimmern. Diese Befunde lassen sich mit der links-orientierten Stichprobe und dem überwiegenden Rechtspopulismus in Deutschland erklären. Diese Studie liefert erste Erkenntnisse in Bezug auf das politisch motivierte Informationsmanagement und dessen angewandten Strategien. Zudem wird die TMIM in der Evaluationsphase um den Aspekt der Wirksamkeitsbewertung einer Vermeidung von Informationen ergänzt und die Rahmenbedingungen werden neben der interpersonellen auf die mediale Kommunikation erfolgreich geöffnet.

Spreen, Nico
Populismus & der Wunsch wütend zu bleiben – Eine empirische Untersuchung der Entscheidung für die Suche und Vermeidung politischer Informationen anhand der Theorie des motivierten Informationsmanagements
2021
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Demokratische Systeme setzen informierte Bürger:innen voraus, um funktionieren zu können. Ohne Informationen ist die politische Meinungsbildung sowie Beteiligung nicht möglich. In einer zunehmenden Vielfältigkeit an Angeboten politischer Informationen müssen Bürger:innen selbst entscheiden, welche Informationen ausgewählt oder vermieden werden. Diese Forschungsarbeit untersucht daher die Motivation zur Entscheidung einer Suche sowie Vermeidung politischer Informationen auf Basis des Unsicherheitsmanagements und arbeitet Strategien des politisch motivierten Informationsmanagements heraus. Dabei werden die Emotionen Angst, Wut, Hoffnung sowie Begeisterung im Umgang mit der kognitiven Unsicherheit im politischen Kontext vermutet, die als wichtige Determinanten im politischen Verhalten gelten. Der Managementprozess wird unter Heranziehung der revised Theory of Motivated Information Management hypothesengeleitet geprüft. Die Arbeit adaptiert diese auf die allgemeine Suche und Vermeidung von Informationen zum Populismus. Die Hypothesen werden mittels Online-Befragung (N = 456) durch das SoSci-Panel analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass aufgrund des Informationsdefizites zum Populismus Angst und Wut ausgelöst werden. Hoffnung und Begeisterung resultieren nicht aus der Unsicherheit. Durch die Suche nach Informationen zum Populismus soll die Angst reduziert und die Wut verstärkt werden. Die Informationsvermeidung hilft, die Angst nicht zu verschlimmern. Diese Befunde lassen sich mit der links-orientierten Stichprobe und dem überwiegenden Rechtspopulismus in Deutschland erklären. Diese Studie liefert erste Erkenntnisse in Bezug auf das politisch motivierte Informationsmanagement und dessen angewandten Strategien. Zudem wird die TMIM in der Evaluationsphase um den Aspekt der Wirksamkeitsbewertung einer Vermeidung von Informationen ergänzt und die Rahmenbedingungen werden neben der interpersonellen auf die mediale Kommunikation erfolgreich geöffnet.

Schröter, Jonas
„That was awesome!“ - Eine quantitative Sekundäranalyse der Motive und Medienkanäle beim social sharing der Emotion awe am Beispiel von herausragenden Urlaubserlebnissen.
2021
Abstract lesen

Awe (deutsch: Ehrfurcht) ist eine Emotion, die Menschen dazu bringt, emotionale Situationen in Form von social sharing mit anderen zu teilen. Ziel der Arbeit ist es, auf Basis des Uses and Gratifications Ansatzes und am Beispiel herausragender Urlaubserlebnisse, die Forschungsfrage zu beantworten, inwiefern die Motive von Personen, social sharing von awe- Erlebnissen zu betreiben, dazu führen, ein bestimmtes Medium dafür zu nutzen. Die Beantwortung der Forschungsfrage erfolgt mit Hilfe einer Sekundäranalyse einer quantitativ- standardisierten Befragung in vier europäischen Ländern. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass die sechs Motive rehearsing, clarification/meaning, advice and solutions, bonding/strengthening social links, arousing empathy und entertaining einen Einfluss auf die Wahl social sharing zu betreiben, haben. Es können signifikante Unterschiede zwischen der Bedeutung der Motive zwischen den Gruppen an Personen, die einen Medienkanal wählen und denen, die kein social sharing betrieben haben, festgestellt werden. Eine vermutete höhere Bedeutung der reaktionsabhängigen Motive bei Personen, die social sharing über die Medienkanäle der Face-to-Face-Konversation und Messenger-Dienste betrieben haben, kann nicht bestätigt werden. Es lässt sich jedoch eine signifikant höhere Ausprägung von fünf Motiven bei Personen, die social sharing über Messenger-Dienste im Vergleich zu Personen, die social sharing über Face-to-Face- Konversationen betrieben haben, feststellen. Insgesamt widmet sich die Arbeit zwei wenig erforschten Teilbereichen der Forschung und ergänzt die bisherigen Arbeiten zu social sharing und awe.

Schulze (Bacha), Sarah
Nachgekauft! - Eine empirische Untersuchung der Bedeutung von Mode-InfluencerInnen im Kaufentscheidungsprozess von Instagram-NutzerInnen
2021
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Soziale Medien, wie Instagram, sind in der Modebranche zu entscheidenden Marketinginstrumenten geworden. Bereits bestehende Literatur dokumentiert, dass InfluencerInnen sich auf sozialen Plattformen als effektives Instrument auszeichnen, um die Einstellung der KonsumentInnen zu verbessern und Kaufabsichten zu erhöhen. Zudem zeigen Studien zu Celebrity Endorsement auf, dass die Glaubwürdigkeit und Attraktivität einer Quelle Einfluss auf das Entscheidungsverhalten von RezipientInnen haben können. Es gibt jedoch keine relevanten Studien, die die Auswirkung von Mode-InfluencerInnen in Bezug auf den Kaufentscheidungsprozess der Instagram-NutzerInnen untersuchen. Diese Studie schließt die Forschungslücke, indem sie den Einfluss der wahrgenommenen Glaubwürdigkeit und Attraktivität von Instagram-InfluencerInnen auf den ModeKaufentscheidungsprozess untersucht. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird eine Online-Befragung mit Instagram-NutzerInnen durchgeführt (n = 157). Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass in Bezug auf die wahrgenommene Glaubwürdigkeit die Expertise und die Kongruenz zwischen Influencerin und Produkt teilweise einen Effekt auf den Mode-Kaufentscheidungsprozess aufweisen. Hingegen hat die Vertrauenswürdigkeit der InfluencerInnen keine Auswirkungen auf den Mode-Kaufentscheidungsprozess. In Bezug zur wahrgenommenen Attraktivität verhält es sich gleich. Hier lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Ähnlichkeit und der Vertrautheit zu den InfluencerInnen mit dem Kaufentscheidungsprozess zum Teil feststellen. Die physische Attraktivität und die Beliebtheit zeigen jedoch keinen Effekt auf den Mode-Kaufentscheidungsprozess der Instagram-NutzerInnen. Diese Studie leistet demnach mehrere Beiträge sowohl zur Theorie als auch zur Praxis, die in dieser Arbeit hervorgehoben werden.

Schumacher, Lisa
Rap(e) - Eine experimentelle Untersuchung zur Wirkung von frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Deutschraplyrics unter Berücksichtigung beeinflussender Faktoren
2021
Abstract lesen

Im Netz kursieren Missbrauchsvorwürfe in der Deutschrapbranche, unteranderem ein konkreter Vergewaltigungsvorwurf einer Influencerin gegen den deutschen Rapper Samra. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von sexuellen Übergriffen können unteranderem Folgen einer Rape Myth Acceptance sein, welche vorurteilbehaftete und tatrechtfertigende Einstellungen zum Thema sexueller Gewalt und Vergewaltigung beschreibt. In dieser Bachelorarbeit wird die Wirkung von frauenfeindlichen und Gewaltverherrlichenden Deutschraplyrics auf die Rape Myth Acceptance untersucht und ob die beeinflussenden Persönlichkeitseigenschaften ambivalenter Sexismus und die Selbstobjektifizierung diesen Wirkungsvorgang moderieren. Mittels eines Online–Experiments wurden die Befragungsteilnehmenden zufällig einer Versuchsgruppe zugeordnet. Dabei bekam die Experimentalgruppe einen Stimulus, welcher einen Ausschnitt eines frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Deutschraplyrics zeigt, wohingegen die Kontrollgruppe einen nicht frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Deutschraplyrics bekam. Die Auswertungen ergaben keine statistisch signifikanten Ergebnisse der aufgestellten Wirkungsmodelle der nicht repräsentativen Stichprobe (N = 261). Die frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Deutschraplyrics hatten bei der hier betrachteten Stichprobe keine statistisch auffindbare Wirkung auf die Rape Myth Acceptance der Hörer*innen und dieser Wirkungszusammenhang wurde nicht signifikant durch die gewählten Moderatoren beeinflusst. Ein explorativer Geschlechtervergleich zeigte, dass die Männer der Stichprobe (n = 131) eher zu Rape Myth Acceptance und ambivalenten sexistischen Einstellungen neigen, wohingegen sich Frauen (n = 124) eher selbst objektifizieren. Diese Arbeit liefert trotz nicht signifikanter Ergebnisse einen Beitrag zu dem noch weitestgehend unerforschten aber gesellschaftlich relevanten Thema der Wirkung von Deutschraplyrics, weshalb mit einem gezielten Ausblick an weiterführende Studien appelliert wird.

Siekmann, Philipp
Populismus & der Wunsch wütend zu bleiben – Eine empirische Untersuchung der Entscheidung für die Suche und Vermeidung politischer Informationen anhand der Theorie des motivierten Informationsmanagements
2021
Abstract lesen

Demokratische Systeme setzen informierte Bürger:innen voraus, um funktionieren zu können. Ohne Informationen ist die politische Meinungsbildung sowie Beteiligung nicht möglich. In einer zunehmenden Vielfältigkeit an Angeboten politischer Informationen müssen Bürger:innen selbst entscheiden, welche Informationen ausgewählt oder vermieden werden. Diese Forschungsarbeit untersucht daher die Motivation zur Entscheidung einer Suche sowie Vermeidung politischer Informationen auf Basis des Unsicherheitsmanagements und arbeitet Strategien des politisch motivierten Informationsmanagements heraus. Dabei werden die Emotionen Angst, Wut, Hoffnung sowie Begeisterung im Umgang mit der kognitiven Unsicherheit im politischen Kontext vermutet, die als wichtige Determinanten im politischen Verhalten gelten. Der Managementprozess wird unter Heranziehung der revised Theory of Motivated Information Management hypothesengeleitet geprüft. Die Arbeit adaptiert diese auf die allgemeine Suche und Vermeidung von Informationen zum Populismus. Die Hypothesen werden mittels Online-Befragung (N = 456) durch das SoSci-Panel analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass aufgrund des Informationsdefizites zum Populismus Angst und Wut ausgelöst werden. Hoffnung und Begeisterung resultieren nicht aus der Unsicherheit. Durch die Suche nach Informationen zum Populismus soll die Angst reduziert und die Wut verstärkt werden. Die Informationsvermeidung hilft, die Angst nicht zu verschlimmern. Diese Befunde lassen sich mit der links-orientierten Stichprobe und dem überwiegenden Rechtspopulismus in Deutschland erklären. Diese Studie liefert erste Erkenntnisse in Bezug auf das politisch motivierte Informationsmanagement und dessen angewandten Strategien. Zudem wird die TMIM in der Evaluationsphase um den Aspekt der Wirksamkeitsbewertung einer Vermeidung von Informationen ergänzt und die Rahmenbedingungen werden neben der interpersonellen auf die mediale Kommunikation erfolgreich geöffnet.

Thieves, Rhoda
Konstruktiver Journalismus = Erfolgreicher Journalismus?! Eine experimentelle Untersuchung der Wirkung von konstruktivem Journalismus auf die emotionale Reaktion und die Einstellung zur Medienmarke der Befragten
2021
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Angesichts der aktuellen Herausforderungen des Journalismus haben sich in den letzten Jahren neue Formen der Berichterstattung entwickelt. Eine dieser Formen ist der konstruktive Journalismus, der neben der Darstellung gegenwärtiger Probleme vermehrt positive Entwicklungen sowie Handlungsoptionen zur Zukunftsgestaltung aufzeigen soll. Die Fürsprecherinnen und Fürsprecher dieser Berichterstattungsform vertreten die Auffassung, dass den Rezipierenden durch die lösungsorientierte Berichterstattung ein gutes Gefühl vermittelt wird, was sich wiederum positiv auf das Kauf- und Rezeptionsverhalten dieser auswirken soll. Sollte diese Einschätzung zutreffen, so wäre dies für die journalistische Branche von hoher Relevanz. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit die Wirkung von konstruktivem Journalismus auf die Emotionen und die Einstellung der Rezipierenden zur jeweiligen Medienmarke untersucht. In einem Online-Experiment (N = 317) wurde den Befragten zufällig einer von zwei Online- Zeitungsartikeln vorgelegt, von denen einer im Stil des konstruktiven Journalismus und einer im konventionellen journalistischen Stil gehalten ist. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Befragten mit dem konstruktiven Artikel nach dem Rezipieren signifikant zufriedener und hoffnungsvoller als die Kontrollgruppe waren. Ebenso fiel die Einstellung der Befragten zur Medienmarke bei dem konstruktiven Text signifikant besser aus und eine signifikant höhere Kaufbereitschaft konnte festgestellt werden. Einzig bei der weiteren Lesebereitschaft war kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen zu beobachten. Insgesamt ist eine signifikant positivere Bewertung des Artikels bei der Gruppe mit dem konstruktiven Zeitungsartikel zu verzeichnen, die einen starken Einfluss auf die Einstellung zur Medienmarke zeigt. Demnach lässt die Arbeit den Schluss zu, dass konstruktive Berichterstattung positive Effekte hat und daher Beachtung kriegen sollte.

Trost, Christopher
Medienpädagogik vs. Fake-News: Eine qualitative Untersuchung der Medien- und Nachrichtenkompetenzförderung in der außerschulischen Jugendarbeit
2021
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Die vorliegende qualitative Forschung befasst sich mit der praktischen Medien- und Nachrichtenkompetenzförderung in der außerschulischen Jugendarbeit in Zeiten von Corona-Pandemie und Fake-News. Dazu wurden sechs Pädagog*innen aus verschiedenen Jugendeinrichtungen in Deutschland interviewt. Die Ergebnisse zeigen, dass die konkrete Förderung der Medien- und Nachrichtenkompetenzen stark von den pädagogischen Schwerpunkten der Jugendarbeiter*innen bzw. der Jugendeinrichtungen abhängt. Eine stärkere Ausrichtung auf die Medienpädagogik, bedingt nach den Ergebnissen eine konkretere Förderung der Kompetenzen. Die Förderung von einigen Aspekten der Medienkompetenz findet dabei größtenteils in zielorientierten Projekten statt, die sich auf die Verwendung und Herstellung von Medien fokussieren. Eine kritische Auseinandersetzung mit Medien und Nachrichten spielt eher eine untergeordnete Rolle. Die Förderung von Nachrichtenkompetenz findet eher findet meist situativ und willkürlich statt. Dies gilt auch für den Umgang mit Fake-News. Die beschriebenen Umgangsweisen mit Fake-News sind sehr individuell und lassen sich nur geringfügig mit wissenschaftlicher Theorie von Medienpädagogik verbinden. Die Erkenntnisse zum Umgang mit Fake-News und der Bedeutung von Medienpädagogik in der außerschulischen Jugendarbeit, liefern Grundlagen für potenzielle Anschlussforschungen in diesen noch relativ unergründeten Themenkomplexen.

Trumann, Matti
How to safe our planet with nature documentaries – Wie sich das Rezipieren von modernen und traditionellen Naturdokumentationen auf die Reisemotivation, umweltschützende Verhaltensintentionen und das Unterhaltungserleben auswirkt
2021
Abstract lesen

Der voranschreitende Klimawandel und die damit zusammenhängenden problematischen Entwicklungen für den Planeten stellen die Menschheit vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Es wird zunehmend relevanter ein Bewusstsein für den Klimawandel innerhalb der Gesellschaft zu schaffen. Hierbei stellen Naturdokumentationen eine besondere Möglichkeit dar, weil sie umfassend über die Entwicklungen berichten und ein breites Publikum besitzen. Der Trend zeigt, dass traditionelle Naturdokumentationen lediglich die Natur- und Tierwelten darstellen und moderne Naturdokumentationen darüber hinaus, über die Gefahren, die diesen Ökosystemen drohen, berichten. Es wurde untersucht, wie sich diese Unterscheidung zwischen modernen und traditionellen Naturdokumentationen auf umweltschützende Verhaltensintentionen und die Reisemotivation an den dargestellten Ort zu reisen, auswirkt. Um zu verstehen, wie Reisemotivation entsteht, wurden die Konzepte des destination image und der tourist satisfaction herangezogen. Um die Dimensionen dieser Arbeit zu erfassen wurde eine experimentelle standardisierte Befragung durchgeführt. Dem vorangestellt wurden die Proband*innen in zwei Gruppen aufgeteilt und ihnen wurde jeweils ein siebenminütiges Stimulusvideo von einer modernen und traditionellen Naturdokumentation gezeigt. Es zeigt sich, dass die Unterscheidung zwischen modernen und traditionellen Naturdokumentationen keinen direkten Einfluss auf die umweltschützenden Verhaltensintentionen und die Reisemotivation der Proband*innen hat. Wird allerdings das Unterhaltungserleben miteinbezogen zeigen sich einige Effekte. In diesem Zuge führt das hedonische Unterhaltungserleben, welches durch Spaß charakterisiert wird und signifikant erhöht in traditionellen Naturdokumentationen ausgelöst wird, zu mehr Reisemotivation. Das eudaimonische Unterhaltungserleben hingegen wird durch Bedeutsamkeit charakterisiert, tritt in erhöhter Art und Weise bei modernen Naturdokumentationen auf und führt zu erhöhten umweltschützenden Verhaltensintentionen. Darüber hinaus findet sich ein weiterer Zusammenhang zwischen umweltschützenden Verhaltensintentionen und der Reisemotivation. Entgegen der Annahme führten umweltschützende Verhaltensintentionen zu einer erhöhten Reisemotivation.

Wagner, Luisa
Nachhaltigkeitskommunikation in der Modebranche: Welchen Effekt hat Nachhaltigkeitskommunikation auf die Attitude-Behaviour-Gap in der Modebranche?
2021
Abstract lesen

Die Modebranche ist eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt. Auch wenn viele Personen bereits eine positive Einstellung gegenüber nachhaltiger Mode haben und sich den Folgen des Kaufs von herkömmlicher Mode (Fast Fashion) bewusst sind, fällt es ihnen schwer, ihre Einstellung in ein nachhaltiges Kaufverhalten umzusetzen. Dieses Phänomen wird allgemein als Attitude-Behaviour-Gap bezeichnet. Vergangene Forschungen beschäftigten sich mit Lösungsansätzen zur Verringerung dieser Problematik. Ein dabei kaum erforschter Ansatz in Bezug auf die Attitude-Behaviour- Gap in der Modebranche ist die Nachhaltigkeitskommunikation. Das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, einen möglichen Effekt der Nachhaltigkeitskommunikation auf die Attitude-Behaviour-Gap in der Modebranche zu untersuchen. Dazu haben 221 Menschen zwischen 16 und 55 Jahren (M = 23,17; SD = 6,28) an einem Online-Experiment teilgenommen. Obwohl ein nicht signifikanter Wert in Bezug auf die Kaufintention nachhaltiger Mode vorlag, konnte ein signifikantes Ergebnis bezüglich der Attitude-Behaviour-Gap ermittelt werden. Das lässt darauf schließen, dass eine entsprechende Vermarktung einen positiven Einfluss auf die Attitude-Behaviour-Gap hat und somit einen nachhaltigeres Konsumverhalten induziert. Gleichermaßen wird aber auch deutlich, dass eine Nachhaltigkeitskommunikation allein nicht ausreicht, um das Kaufverhalten drastisch zu ändern und die Attitude Behaviour Gap zu verkleinern.

Zablotny, Julia
Was sind die Beweggründe von Menschen, die „achtsame“ Medieninhalte, wie Apps zum Meditieren, nutzen und welche Auswirkungen ergeben sich dadurch in deren Alltag?
2021
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Themen wie Meditation und Achtsamkeit rücken immer näher in die Mitte der Gesellschaft. Denn Meditations-Apps, welche die geistige Gesundheit fördern, verzeichneten einen rasanten NutzerInnen-Anstieg seit der Corona Pandemie 2020. Vor allem Marktführer-Apps wie Headspace oder 7Mind, welche Meditation und Einschlafhilfen anbieten, verzeichnen überdurchschnittlich steigende Nutzerzahlen (Gode, 2020). Dieser Zuwachs zeigt, dass dieses Medienphänomen eine immer wichtiger werdende Rolle in Bezug zur mentalen Gesundheit und Selbstoptimierung einnimmt. Wie werden die Menschen auf das Thema Meditation sensibilisiert? Inwiefern helfen Meditations-Apps den NutzerInnen? Die leitende Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit lautet: Was sind die Beweggründe von Menschen, die „achtsame“ Medieninhalte, wie Meditations-Apps, nutzen und welche Auswirkungen ergeben sich dadurch in deren Alltag? Anhand verschiedener Theorien der Zuwendungsforschung und der Medienselektion wurde versucht, sich der Beantwortung dieser Forschungsfrage zu widmen. Zentral ist hierbei die explorative Herangehensweise anhand zehn qualitativer Leitfadeninterviews, um die Beweggründe und den Umgang mit der Meditations-App zu erfahren. Anhand eines Leitfadens wurden verschiedene Items wie die Beweggründe, Nutzungsmotive- und Kontexte, die Auswirkungen und Veränderungen, sowie den Stellenwert der Achtsamkeits-App und die Lebenseinstellung befragt. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmenden oft dieselben Nutzungsmotive wie Schlafförderung und Stressregulation nannten. Einige Befragten wiesen Parallelen innerhalb der anfänglichen Motive auf, dass sie durch Prüfungsangst auf das Thema Meditation aufmerksam geworden sind. Andere Befragte nannten den emotionalen Stress als Auslöser. Darüber hinaus gab es auch den Effekt von Werbung, wodurch Befragte auf Meditation und Meditations-Apps aufmerksam gemacht worden sind.

 

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Zuletzt bearbeitet: 28.06.2022

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