Master Medien und Musik

Absolvent*innen des Master-Studiengangs Medien und Musik und die Themen ihrer Abschlussarbeiten (2023)

(Stand: Januar 2024)

Blühdorn, Terry Jonathan
„Hochkultur“ vs. Unterhaltung? Eine Betrachtung innovativer klassischer Konzertformate aus unterhaltungstheoretischer Perspektive
2023
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Die Klassikbranche kämpft mit Problemen des Publikumsschwunds, alternden Publikums, begrenzter Finanzierung und wachsender Konkurrenz mit anderen Freizeitangeboten. Musikwissenschaftler*innen und Akteur*innen aus der Branche verorten den Ursprung der Probleme des klassischen Konzerts in der schwindenden Relevanz für die allgemeine Bevölkerung, welche dadurch bedingt ist, dass die Konzertgestaltung nicht mehr auf die Bedürfnisse des Publikums ausgerichtet sei. Aktuell entstehen daher vielseitige Bemühungen der Erneuerung, wobei als ein zentraler Ansatz die innovative Konzertgestaltung verfolgt wird. Gleichzeitig wird über die Wirkung und Erfahrungspotenziale von Klassik zumeist in einem wertenden Kontext von Hochkultur im Gegensatz zu oberflächlicher Unterhaltung gesprochen. Die vorliegende Arbeit nimmt die beschriebene Konkurrenz zu anderen unterhaltsamen Freizeitangeboten zum Anlass, die Annäherung an die Problemstellung aus einer neuen Perspektive vorzunehmen: der der kommunikationswissenschaftlichen Unterhaltungstheorie. Ausgehend von einer Analyse der Gestaltungsansätze und verwendeten Mittel des traditionellen Klassikkonzerts sowie innovativer Formate werden Annahmen zu unterhaltungstheoretischen Mechanismen und Erlebenspotenzialen getroffen. Anschließend wird im Rahmen einer Fallstudie ein innovatives Konzertformat qualitativ untersucht. Im Rahmen von Beobachtung und Expert*inneninterviews werden die Absichten der Gestalter*innen sowie deren Umsetzung ermittelt und unterhaltungstheoretisch eingeordnet. Es wird deutlich, dass das erforschte innovative Format im Einsatz der Gestaltungsmittel kohärenter auf bestimmte Erlebensarten abzielt und Potenziale für mehr verschiedene Erfahrungen bei einer breiteren Zielgruppe enthält, als dies vom traditionellen Format angenommen werden kann. Durch die Kombination eines aktuellen, in dieser Form wenig erschlossenen Forschungsfeldes mit bestehender künstlerischer Expertise und einem deutlichen Interesse seitens der Künstler*innen, mit der Wissenschaft zusammenzuarbeiten, ergeben sich vielversprechende zukünftige Forschungsperspektiven.

Bolder, Nils
K(e)in Alpha werden - Die Rolle von Rapmusik bei der Bildung eines Männlichkeitsbildes junger erwachsener Rezipienten.
2023
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Rapmusik und die umliegende HipHop-Kultur werden in der Gesellschaft häufig als sexistisch und misogyn wahrgenommen. In der Forschung gilt diese Wahrnehmung als zu vereinfacht und unterkomplex. In ihrer Dissertation Eine Szene im Wandel? Rap-Männlichkeiten zwischen Tradition und Transformation attestiert Süß (2021) der deutschen Raplandschaft eine Transformation und Diversifizierung der im Rap dargestellten Männlichkeitsbilder. Rap wird ethnisch und in seiner Darstellung von geschlechtlichen und sexuellen Identitäten diverser. Im Subgenre Gangsta-Rap sind allerdings sexistische Kommentare und ein hegemoniales Männlichkeitsbild an der Tagesordnung. Dennoch gilt HipHop als Sprachrohr marginalisierter Gruppen und auch die Akteure im Gangsta-Rap sind zum großen Teil Nachkommen aus Einwandererfamilien. In der Betrachtung der Themen Rapmusik und Männlichkeit ist eine intersektionale Perspektive von Nöten, die Identifikationsmerkmale aus race, class & gender, aber von Körper berücksichtigt. In dieser Berücksichtigung untersucht diese Arbeit qualitativ die Rolle von HipHop und Rapmusik bei der Entwicklung eines Männlichkeitsbildes bei jungen erwachsenen Rezipienten. Mittels leitfadengestützter Interviews, sollen die Einstellungen und Hintergründe von Männern in Bezug auf Rapmusik und ihr Männlichkeitsbild untersucht und auf Basis bestehender Theorien diskutiert werden. Es zeigt sich unter anderem, dass Rapmusik und HipHop als aktive Begleiter innerhalb der männlichen Sozialisierung bei den Interviewpartnern fungieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Männer Sets aus Ästhetiken, (politischen-) Einstellungen, Sprachbildern und Handlungen aus dem Rap und den umliegenen HipHop-Kulturen übernehmen können. Damit trägt diese Forschung zu einer gesamtheitlicheren Betrachtung eines vielfältigen Musikgenres und Kulturfeldes bei.

Damke, Marit
Das HYPE&FRIENDS als Zukunftslabor der Musikstadt Hannover - Eine qualitative Untersuchung zur Bedeutung der Nutzeninnovationen des HYPE&FRIENDS Agency-Festivals für die Musikstadt Hannover
2023
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Weltweit entstehen immer mehr Musikstädte und Agency-Festivals als neue Formen von Musikkonjunkturen. Zahlreiche Städte erkennen diesbezüglich ihr Potenzial und entwickeln die Zukunft ihrer Musikstadt strategisch weiter. Die Musikstadt Hannover besitzt sehr gute Voraussetzungen, um ihre Musikaktivitäten noch viel tiefer auszuschöpfen - wie mit dem innovativen HYPE&FRIENDS Agency-Festival. Ziel dieser Arbeit ist es, soziale, kulturelle und ökonomische Nutzeninnovationen des HYPE&FRIENDS Agency-Festivals in Hannover, das als Lehr-, Lern-, Professionalisierungs- und Forschungsinnovation für Young Professionals und Educators ausgelegt ist, zu ergründen, die zur Entwicklung der Musikstadt Hannover beitragen können. Das Agency-Festival stellt eine neue Festival-Form dar, die mit ihren offenen Strukturen, Formaten und Themen eine neue Qualität der Teilhabe und Kollaboration ermöglicht und damit an Bedeutung für die Zukunft der Musikkultur und -wirtschaft gewinnt. Für die Erläuterung von Musikstädten und Agency-Festivals wurde der Ecosystems-Ansatz hinzugezogen, mithilfe dessen Musikorganisationen oder auch Musikorte als vernetzte Ökosysteme betrachtet werden können. Als theoretische Grundlage diente die Blue Ocean Strategie, um Nutzeninnovationen des Festivals zu identifizieren, wobei auch weitere Tools des strategischen Managements eingesetzt wurden. Hiermit knüpft die Arbeit an bisherige Forschungs- und Strategiearbeiten aus den Jahren 2021 und 2022 aus Seminaren von Prof. Dr. Carsten Winter zu Agency-Festivals und Musikstädten an. Methodisch wurden leitfadengestützte Expert*inneninterviews sowie Beobachtungen im Rahmen des Festivals durchgeführt. Aus den Erkenntnissen konnten der Mehrwert der zentralen Nutzeninnovationen und ihrer Verbesserungspotenziale festgestellt werden. Damit konnten relevante, strategische Maßnahmen für das HYPE&FRIENDS abgeleitet werden, mithilfe derer das HYPE&FRIENDS seinen Nutzen für die Entwicklung der Musikstadt Hannover noch weiter optimieren kann. Diese Arbeit soll weitere Forschung zu Agency-Festivals in Musikstädten anregen, die auf der Erforschung von Nutzeninnovationen basiert. Gleichzeitig soll sie als strategischer Anreiz für Musikstadtentwickler*innen und Festivalorganisator*innen dienen, ähnliche nutzeninnovative Agency-Festivals in anderen Musikstädten zu entwickeln.

Haufe, Tobias
NFTs im Kontext der Machtstrukturentwicklung in der Musikdistribution. Eine qualitative Analyse zu den Potenzialen und Herausforderungen der Nutzung von NFTs für Musiker:innen im Machtsystem der Musikdistribution
2023
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Die Entwicklung gesellschaftlicher wie auch ökonomischer Strukturen und somit auch die Entstehung und Konstitution von Machtverhältnissen stehen in einem interdependenten Verhältnis zu der Entwicklung und Nutzung neuer (digitaler) Medien. Das bedeutet, dass mit neuen (digitalen) Medien sowohl Potenziale zur Emanzipation für Musiker:innen als auch Möglichkeiten zur Reproduktion bestehender Machtverhältnisse in den entstehenden digitalen Umgebungen entstehen. Im Kontext der Fachstrukturentwicklung in der Musikdistribution werden gegenwärtig zunehmend Non-Fungible Tokens als Medienentwicklung genannt, welche durch deren inhärente Eigenschaften und die Nutzung zur neuartigen Distribution von Musik Potenziale für Musiker:innen eröffnen machstrukturelle Verhältnisse in der Musikdistribution zu ihren Gunsten zu verändern. Das Ziel dieser Arbeit ist es daher entstehende Potenziale sowie Beschränkungen zur Transformation machstruktureller Verhältnisse in der Musikdistribution zu Gunsten der Musiker:innen durch die Nutzung der Medienentwicklung Non-Fungible Tokens theoretisch wie empirisch zu untersuchen. Hierfür werden zum einen die Grundannahmen zum Einfluss von Medienentwicklung und -nutzung auf die Machstrukturentwicklung sowie die Potenziale und Beschränkungen von Non-Fungible Tokens theoretisch dargestellt. Zum anderen werden halb-standardisierte qualitative problemzentrierte Interviews nach Witzel (1985) mit Musiker:innen geführt, welche im Anschluss mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2010 & 2015) ausgewertet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl aus der Theorie als auch aus der Empirie heraus Potenziale der Nutzung von NFTs zur Veränderung machstruktureller Verhältnisse in der Musikdistribution zu Gunsten der Musiker:innen identifiziert werden können, welche jedoch gegenwärtig sowohl durch äußere Faktoren als auch durch ein enges Nutzungsverständnis der Musiker:innen beschränkt werden. Die Nutzung von Non-Fungible Tokens ermöglicht es Musiker:innen grundlegend unabhängiger von (Macht-)Strukturen zu agieren, aber für eine zukünftige nachhaltige Transformation machtstruktureller Verhältnisse in der Musikdistribution bedarf es der Überwindung der äußeren Beschränkungen und gleichermaßen einer Öffnung des Nutzungsverständnisses im Umgang mit NFTs aufseiten der Musiker:innen

Kaseb, Zeinab
Traditionelle vs. Virtuelle Instrumente: die ästhetische Bewertung von Musikaufführungen am Beispiel des DigiEnsemble Berlin
2023
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In dem sich stets wandelnden musikalischen Umfeld haben virtuelle Musikinstrumente an Bedeutung gewonnen und weisen das Potenzial auf, sowohl die Struktur, als auch die Ästhetik von Musikaufführungen zu beeinflussen. In Anbetracht dieser Entwicklungen kann die Frage gestellt werden, ob die ästhetische Bewertung von Musikaufführungen davon abhängt, ob traditionelle oder virtuelle Musikinstrumente eingesetzt werden. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurden vier verschiedene Umsetzungen eines Musikstücks in Bezug auf auditive und visuelle Aspekte miteinander verglichen. Die Ergebnisse der experimentellen Studie bieten folgende Einblicke: Unabhängig davon, ob traditionelle oder virtuelle Musikinstrumente verwendet wurden, konnten zumindest in dieser Studie keine signifikanten Unterschiede in der ästhetischen Bewertung von Musikaufführungen festgestellt werden. Ebenso scheint die musikalische Erfahrenheit der Teilnehmenden keine entscheidende Rolle bei der ästhetischen Bewertung von Musikaufführungen mit traditionellen oder virtuellen Musikinstrumenten zu spielen. Die geringfügigen Unterschiede in den ausgelösten ästhetischen Emotionen während der Musikaufführungen, sowie die minimalen Differenzen in den allgemeinen ästhetischen Bewertungen lassen sich ebenfalls nicht durch das Anfangsalter bei eigener musikalischer Praxis, das Vorhandensein des absoluten Gehörs, die eigene Instrumentalpraxis oder die demografischen Eigenschaften der Teilnehmenden erklären.

Lammers, Anica
Transformer gegen die Welt?! Eine Evaluationsstudie zur Eignung von vortrainierten Transformer Modellen im Vergleich zu klassischen manuellen und automatisierten Verfahren zur Sentiment-Analyse von kommunikationswissenschaftlichen Texten
2023
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Mit der Digitalisierung und dem Aufkommen von Sozialen Netzwerken ist die Menge an verfügbaren Daten in den letzten Jahrzenten exponentiell gewachsen. Dies stellt die Kommunikationswissenschaft mit ihren herkömmlichen Methoden der manuellen Inhaltsanalyse vor große Herausforderungen, weshalb zuletzt vermehrt automatisierte Methoden in den Fokus geraten sind. Trotz der vielen Vorteile mangelt es in der Kommunikationswissenschaft jedoch noch an der Anwendung dieser automatisierten Methoden. Vor allem vortrainierte Machine Learning Modelle wie das von Google entwickelte Transformer Modell versprechen eine leichte Anwendung bei einer gleichzeitig hohen Leistung sowie Zeit- und Kosteneffizienz und bieten somit großes Potenzial für die kommunikationswissenschaftliche Forschung. Am Beispiel der Sentiment-Analyse wird deshalb in der vorliegenden Arbeit eine Evaluationsstudie durchgeführt, die verschiedene automatisierte Verfahren mit der klassischen, manuellen Inhaltsanalyse hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und Generalisierbarkeit vergleicht. Dazu wird die Tonalität von N = 197 Beiträgen in Form von Zeitungsartikeln, Facebook-Posts und Tweets mit fünf unterschiedlichen Methoden (Manuelle Codierung, Diktionär, Naive Bayes, Support Vector Machine und Transformer) analysiert und mit der Codierung eines Goldstandards verglichen.1 Die Ergebnisse der Evaluationsstudie zeigen, dass die manuelle Sentiment-Analyse nach wie vor die leistungsstärkste ist, die automatisierten Verfahren jedoch durchaus an diese Leistung herankommen. Bezüglich ihrer Generalisierbarkeit schwanken alle Methoden je nachdem, welche Textsorte analysiert wird – grundsätzlich liegt die Stärke der automatisierten Sentiment-Analyse jedoch in der Codierung von Social Media Beiträgen und die der manuellen Sentiment-Analyse in der Codierung von Zeitungsartikeln. Die empirisch ermittelten Ergebnisse dieser Studie sowie weitere, praxisrelevante Kriterien werden genutzt, um Implikationen für den Einsatz von automatisierten Sentiment-Analyse Methoden in der kommunikationswissenschaftlichen Forschungspraxis zu diskutieren.

 

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Zuletzt bearbeitet: 03.06.2024

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