Befragung von Chefredakteuren zur Rolle der Persönlichkeit im Journalismus

Projektleitung: Prof. Dr. Gunter Reus
Projektlaufzeit: Januar - April 2008
Projektinhalte: Untersuchungsgegenstand: Welche Bedeutung kommt der Persönlichkeit im redaktionellen „System“ heute noch/wieder zu? Welche Persönlichkeitsmerkmale wünschen sich Chefredakteure für ihre Redaktionsmitglieder? Von welchen journalistischen Persönlichkeiten fühlen sie sich selbst stark beeinflusst? Diese Fragen wurden innerhalb des Projekts durch eine qualitative Befragung von 38 Chefredakteuren deutscher, österreichischer und schweizer Zeitungen untersucht (Zeitraum der Befragung: Januar – März 2008).

Hauptergebnisse: Die Redaktionsleiter sehen einen Trend zum Autorenjournalismus mit persönlich geprägten Stilformen. Sie erkennen in der Persönlichkeit einen Garanten für journalis-tische Qualität, der in der Redaktion Maßstäbe für Recherche oder journalistischen Stil setzen kann. Ein Journalismus, der sich namentlich und individuell zu erkennen gibt und nicht nur als „System“ auftritt, steht in ihren Augen für Vertrauen und Nähe zur Leserschaft sowie für Glaubwürdigkeit und Verläss-lichkeit. Die „Wunschpersönlichkeiten“ der Chefredakteure zeichnen sich einerseits – ganz im Sinne der Systemtheorie – durch ein Höchstmaß an professionellen Rolleneigenschaften aus. Andererseits wünschen sich die Redaktionsleiter aber auch deutlich „antisystemische“ Eigenschaften von Journalisten wie Unangepasstheit, Eigenwille, Widerständigkeit und Autonomie.
Publikationen: Reus, G. (2009). Die Glaubwürdigkeit des Subjekts. Eine Befragung von Chefredakteuren zur Rolle der Persönlichkeit im Journalismus. In W. Duchkowitsch, F. Hausjell, H. Pöttker,& B. Semrad (Hrsg.), Journalistische Persönlichkeit. Fall und Aufstieg eines Phänomens (S. 266-287). Köln: Halem.
Projektnummer: 2008_GR_A
Kontakt: info@ijk.hmtm-hannover.de
Geben Sie bei Anfragen bitte die Projektnummer an.
 

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Zuletzt bearbeitet: 25.06.2016

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