Gruppenbezogene Hinweise in der Kriminalitätsberichterstattung

Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Klimmt, Anja Dittrich, M.A.
Projektlaufzeit: laufend
Projektinhalte: Das Projekt geht der Frage nach, ob sich mit Blick auf die Kriminalitätsberichterstattung die Praktiken von JournalistInnen bei der Offenlegung von Gruppenzugehörigkeiten (wie Nationalitäten von TäterInnen und Opfern) unter einem steigenden populistischen Druck geändert haben. Kriminalität wird von Nachrichtenmedien als hochrelevantes Thema betrachtet, über das regelmäßig berichtet wird. Dabei orientieren sich JournalistInnen traditionell an Berufsnormen wie dem Pressekodex. Derartige Normen raten an, keine Informationen zur Gruppenzugehörigkeit (wie bspw. die Nationalität) von Verdächtigen und TäterInnen preiszugeben, um irreführende soziale Urteile (z. B. über Minderheiten als angebliche Bedrohung der öffentlichen Sicherheit) durch das Publikum zu verhindern. Die wachsenden rechtspopulistischen Bewegungen in vielen Ländern kritisieren jedoch im Rahmen ihrer Anti-Immigrations-Propaganda und ihrer Angriffe auf gesellschaftliche Eliten diese journalistische Zurückhaltung bezüglich der Offenlegung von TäterInnen-Nationalitäten.
Um zu ermitteln, ob sich dieser populistische Druck in der Kriminalitätsberichterstattung niederschlägt, wird zunächst eine groß angelegte Inhaltsanalyse von deutschen Zeitungsartikeln über Kriminalität, die zwischen 2014 und 2017 veröffentlicht wurden, durchgeführt. Das Ziel des Projektes ist es, auf Grundlage der empirischen Ergebnisse theoretische Implikationen für die journalistische Praxis und für die öffentliche Meinung, einschließlich der Bedeutung migrantenfeindlicher Stereotype, abzuleiten. Erste Ergebnisse des Projekts werden auf der im Mai 2019 stattfindenden Tagung der International Communication Association (ICA) in Washington, D.C. vorgestellt.
Projektnummer: 2019_CKL_AD_A
Kontakt: info@ijk.hmtm-hannover.de
Geben Sie bei Anfragen bitte die Projektnummer an.
 

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