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Dienstag, 03.11.2015 16:59 - Alter: 4 Jahre

IJK-Prof. Dr. Carsten Winter hielt auf der Musikland-Niedersachsen-Jahrestagung 2015 im Pavillon den Vortrag „Small is beautiful? – Von DIY zu Do-It-Together (DIT)“

Mit Prof. Winter war das IJK 2015 erstmalig als Keynote auf der „Musikland-Niedersachsen-Jahreskonferenz“ vom 2.-3. November 2015 vertreten.  Im Vortrag erläuterte er die Chancen und Herausforderungen, denen eine immer größere Zahl an Klein- und Kleinstselbständigen in der Musikwirtschaft gegenüberstehen, die global – wie alle Zahlen belegen – irreversibel zu wachsen scheint. Wie zuvor insbesondere immer größere globale Unternehmen treiben heute vor allem sie Veränderungen in Musikkultur- und Musikwirtschaft. Erläutert hat der Vortrag, warum dies so lange der Fall sein dürfte, bis wieder neue Medien als Produktions-, Verteilungs-, Organisations-, Orientierungs- und Finanzierungsmittel erneut produktivere, weil agilere, kostensensiblere und flexiblere Werte-Schöpfungs-Konstellationen ermöglichen, mit Mitteln, die dann wieder mehr Leuten einen für sie noch wertvolleren Umgang mit Musik in wieder neuen Formen und Facetten eröffnen, die über das, was wir schon heute für uns und für andere Wertvolles mit ihnen und Musik machen können, hinausgehen.

Mit konkretem Bezug auf insbesondere neue Akteurs-Netzwerke in der Musikwirtschaft wie in Berlin oder Mannheim auf der einen und auf oft frei verfügbare digitale Netzwerkmedien wie seit Napster, YouTube, Facebook, Twitter, SoundCloud, Instagram oder Kickstarter (um nur Bekanntere zu nennen) auf der anderen Seite, erläuterte der Vortrag erfolgreiche und überzeugende Strategien neuer Akteurs-Netzwerke in der Musik. An ihnen lässt sich lernen, wie und warum die Entwicklung neuer Medien, wie bisher aller „neuen Medien“, zugleich Segen und Fluch ist: Denn ihre „Nutzung“ als Mittel zur Produktion, Verteilung, Orientierung, Organisation oder sogar Finanzierung von Musik eröffnete schon immer neue Perspektiven und Potenziale für die musikbezogene Schöpfung von Werten. Sie tat dies, während sie aber zugleich bestehende Produktions- und Wertverhältnisse (und ihre Ungleichheitsverhältnisse, Sicherheiten, Beziehungen usf.) irreversibel transformiert hat. Erst diese Transformationen eröffneten mehr Akteur_innen nachhaltig Möglichkeiten, für sich und andere mit den jeweils neuen Medien Wertvolles mit Musik zu machen und unser aller Musikwohlstand zu heben.

Diskutiert wurden schließlich die Herausforderungen solcher Transformationen, denen ja nie nur Künstler_innen gegenüberstehen, sondern immer alle Institutionen der Musik sowie ihre Art und Weise Rechte anzupassen, zu erhalten und zu erneuern, zu fördern wie generell zu arbeiten usf. Heute müssen erneut neue Möglichkeiten von und für Künstler_innen als neue selbständige Artepreneur_innen nachhaltig integriert werden sowie für alle anderen, die mit Bezug auf Musik etwas für ihre und damit für unser aller Kultur beitragen wollen. Deutlich wurde in der Diskussion, dass die Musikland Niedersachsen GmbH mit dieser Konferenz, die sie auch als Konferenz für ein „Musik-Integrations-Land Niedersachsen“ versteht, bei dieser Transformation unserer „Musikkultur“ in eine umfassendere „Musikkultur von allen für alle“ im Kontext der aktuellen Herausforderung der Integration von Flüchtlingen wichtige Beiträge leisten kann.  

Zuletzt bearbeitet: 29.11.2016

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