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Donnerstag, 07.07.2016 17:37 - Alter: 3 Jahre

IJK-Workshop zu (neuen) Chancen und Herausforderungen für Musiknetzwerke

Am 30. Juni richteten Studierende des IJK-Masterprogramms „Medien und Musik“ mit Prof. Dr. Carsten Winter im Rahmen des Masterseminars „Führung und Managemententwicklung“ einen ersten Forschungs-Workshop „Musiknetzwerke – Neue Chancen und Herausforderungen“ aus.Roter LuftballonDie in Kooperation mit der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) e. V., dem Förderkreis der HMTMH, der Musikland Niedersachsen gGmbH, dem MusikHUB von kre|H|tiv Netzwerk Hannover e. V., dem Clustermanagement Musikwirtschaft Mannheim & Region und der Berlin Music Commission e.G durchgeführte Veranstaltung, auf der mit Akteuren maßgeblicher Netzwerke erstmalig systematisch mit Bezug auf die Literatur zur Managemententwicklung Herausforderungen, Probleme und Chancen von Musiknetzwerken und ihren Netzwerkakteuren gesichtet und diskutiert wurden, war ein voller Erfolg.

Wer oder was treibt bzw. behindert die Entwicklung neuer Netzwerke und ihrer OrganisatorInnen? Was unterscheidet und was eint sie? Was gibt es für aktuelle Entwicklungen und Vorhaben? 

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Fragen wie diese wurden in drei World-Cafés erörtert, u. a. mit Dana Bauers (Pop KW), Leila Döring (KlubNetz), Julia Wartmann (Local Heroes), Christine Preitauer und Kai Schirmeyer (kre|H|tiv), Gunnar Gessner (MusiklandNiedersachsen), Hendrik Deutsch (Landesmusikrat), Andreas Burckhardt (LAG Jazz), Arne Jansen (HMTMH), Matthias Rauch (Clustermanagement Musikwirtschaft Mannheim und Region) und Olaf „Gemse“ Kretschmar (Berlin Music Commission). 

Die drei je 45-minütigen moderierten und inhaltlich vorbereiteten Gesprächsrunden an den „Themen-Tischen“ erarbeiteten gemeinsam die Gegenwart und Zukunft der Musikwirtschaft: Für sie wird die Unterstützung, die Musiknetzwerke und ihre OrganisatorInnen vernetzt mit immer mehr Musicpreneuren erbringen, immer wichtiger, so wie beide insbesondere zur Entwicklung von Städten als Musikstädten oder „Smart Music Cities“ beitragen. 

Zusätzlich wurden in den kurzen Zusammenfassungen der Diskussion die Vielfalt von Netzwerken und ihre Zunahme sowie auch die ihrer Mitglieder hervorgehoben, wobei für sie und ihre Entwicklung die Bedeutung sowohl digitaler Netzwerkmedien als auch „physischer Orte“ betont wurde: 

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Entfaltet wird der Spielraum für neue Möglichkeiten der musikbezogenen Kreation von Werten am besten im Verbund beider Möglichkeiten, wobei hervorgehoben wurde, das z. B. in Hannover hier noch nicht alle Möglichkeiten, die dieser Verbund eröffnen kann, ausgeschöpft werden, weshalb die beiden lokalen Mitveranstalter kre|H|tiv und das Musikland Niedersachsen hier Schwerpunkte setzen – auch in der Kooperation mit dem Strategie-Schwerpunkt im MA „Medien und Musik“. 

Neben den vielen Leistungen, die Musiknetzwerke und Musicpreneure erbringen, wurden auch neue und große Herausforderungen insbesondere auch im Kontext der disruptiven Strukturtransformationen von Musikwirtschaft und Musikkultur identifiziert: etwa die immer geringere strukturelle soziale Absicherung von <immer mehr Klein- und Kleinstselbständigen und „free-rider“-Probleme, von denen die Netzwerkakteure allerdings berichteten, dass die meisten von ihnen erst Erfahrungen mit und in Netzwerken machen müssen, um eine „netzwerktypischere ausbalanciertere Sozialität des Nehmens und Gebens“ zu erlernen.

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Im Zusammenhang mit der Frage nach den Akteuren und den Beiträgen, die hier aktuell medial unternehmerische Künstler und Musiker leisten, die heute oft „Musicpreneure“ genannt werden, rückte die künstlerische Ausbildung und die Chance ins Zentrum, die hier eine Orientierung der (Hochschul-)Ausbildungen an erwerbsstrukturelle Realitäten eröffnen kann, die aktuell in der Jazzstudie eingefordert wird. Hinsichtlich der sozioökonomischen Stellung von Künstlern wurden zudem die Zeitgemäßheit verschiedener Vergütungs- und Sicherungsmodelle kritisch reflektiert, darunter GEMA, KSK und bedingungsloses Grundeinkommen. 

 

Spannend mit Blick auf Erwartungen an die künftige Entwicklung der „UNESCO-Cities of Music“ war schließlich die Diskussion darüber, ob es Hannover und anderen Städten wie vor allem Mannheim, Hamburg und Berlin gelingt, sich im Kontext von Digitalisierung als „Smart Music City“ zu etablieren. Kontrovers diskutiert wurden hier einerseits sehr praktische Perspektiven zu Potenzialen und Herausforderungen der Verbindung von (kommunaler/regionaler) analoger und (räumlich unbegrenzter) digitaler (Musik-)Welt. Roter LuftballonAndererseits wurde hinsichtlich der Entwicklung von „Smart Cities“ kritisch diskutiert, wie Musiknetzwerke hier dazu beitragen können, dass diese von möglichst vielen Musikakteuren „bottom up“ mitgestaltet werden könnten, um z. B. auch für Flüchtlinge zu „smart“ Cities entwickelt werden zu können – und nicht nur für den Kommerz.

Der Brückenschlag zwischen der Wissenschaft und Praxis der Netzwerke und des Netzwerkens wird thematisch am IJK sowie in der Fachgruppe „Musiknetzwerke“ der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und
Musikkulturforschung e. V. fortgeführt: zum Thema „Smart Music Cities“ auf der Konferenz des Reeperbahnfestivals im September in Hamburg und zur Entwicklung der Musiknetzwerke  auf der MostWanted:Music-Konferenz der Berlin Music Comission im November 2016.

Zuletzt bearbeitet: 29.11.2016

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