D) BA-Arbeit Formale Kriterien

1. Welchen formalen Kriterien muss die Arbeit genügen?

Die Arbeit sollte etwa einen Umfang von 60 Seiten haben (inkl. Abbildungen und Tabellen im Text, aber ohne Literaturverzeichnis und Anhang). Dieser Umfang sollte als Obergrenze angesehen werden. 

Die Arbeit muss gut lesbar sein. Sinnvoll ist daher 1,5-facher Zeilenabstand und 12-Punkt-Schrift. Die Überschriften und Zwischenüberschriften sollten vom vor- und nachfolgenden Text abgesetzt werden, z. B. durch Abstände und Hervorhebung. Darüber hinaus sollten Sie ausreichenden Rand einräumen, d. h. links mind. 3,5 cm, damit der Text nach dem Binden komplett lesbar ist, und rechts mind. 3 cm Korrekturrand.

Alle Kapitel werden durchnummeriert. Übertreiben Sie es mit der Durchnummerierung der Unterkapitel nicht. Als Faustregel gilt, dass ein eigenständiges Kapitel bzw. Unterkapitel mindestens eine Seite umfasst. Üblicherweise sollte eine gut gegliederte Bachelorarbeit mit drei Gliederungsebenen auskommen.

2. Aus welchen Teilen besteht die Arbeit?

Die Arbeit besteht aus folgenden Teilen:

  • Titelblatt:
    • Titel
    • Institution
    • Erstgutachterin bzw. Erstgutachter
    • eigener Name („Eingereicht von…“)
    • Abgabedatum
    • Zweck (z. B. „Bachelor-Arbeit zur Erlangung des Hochschulgrades ‚Bachelor of Arts in Medienmanagement’“)
  • Abstract: Maximal einseitige Zusammenfassung der Arbeit (Problemstellung, Herangehensweise, Kernergebnisse)
  • evtl. Vorwort: nur für persönlich unbedingt notwendig erachtete Äußerungen oder für Lesehinweise (nicht zwingend notwendig)
  • Inhaltsverzeichnis/Gliederung (übersichtlich, mit Seitenzahlen); ggf. Abbildungs-/Tabellenverzeichnis
  • Hauptteil
  • Literaturliste
  • Anhang: Erhebungsinstrument(e), im Text nicht verwendete Tabellen etc.
  • Plagiatserklärung:

    Ich versichere, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst, andere als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt und alle sinngemäß oder wortwörtlich aus anderen Quellen übernommenen Stellen kenntlich gemacht habe, und die Arbeit in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen hat. Mir ist bekannt, dass die nicht zitierte Übernahme oder Paraphrasierung von Passagen ein Plagiat konstituiert. Mir ist außerdem bekannt, dass die auszugsweise oder gänzliche Aneignung fremder Arbeiten zur Erschleichung eines Leistungsnachweises studien- oder zivilrechtliche Konsequenzen haben kann.

    Ort/Datum

    Unterschrift

3. Wie wird zitiert und referenziert?

Die Zitation (Belege im Text sowie Aufbau der Literaturliste) soll nach einem wissenschaftlich anerkannten System erfolgen, welches einheitlich, nachvollziehbar und systematisch ist. Das IJK empfiehlt die Einhaltung der Regeln der American Psychological Association (APA, 2010), wie sie im Kurs „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ vermittelt werden.
Nach APA gilt, dass alle verwendeten Quellen, alle direkten und indirekten Zitate und Belege im Text (nicht in Fußnoten!) angegeben werden müssen. 

Alle Quellen, die im Text zitiert werden (und nur diese), gehören in die Literaturliste. Die Liste muss erstens alphabetisch und zweitens chronologisch aufgebaut sein. 

Fußnoten werden nach APA nur äußerst sparsam eingesetzt, sie sollen lediglich Zusatzinformationen und weiterführende Hinweise enthalten, jedoch nichts, was für das grundlegende Verständnis der Arbeit wichtig ist. 

Alle weiteren Regeln finden Sie in der Veröffentlichung der APA:

American Psychological Association. (2010). Publication Manual of the American Psychological Association (6th. ed.). Washington, DC: Autor. (All 4.1.1-1/6)

4. Was muss ich beim Schreiben der Arbeit beachten?

Ein relevanter Punkt für die Bewertung Ihrer BA-Arbeit ist auch der Schreibstil. Er sollte wissenschaftlich präzise, aber dennoch lesbar sein. Es versteht sich von selbst, dass Orthographie und Interpunktion korrekt sind. Sie sind wesentlicher Bestandteil einer guten Forschungsdokumentation; ein sprachlich schlechter Zustand der von Ihnen abgegebenen Arbeit kann also negative Folgen für die Bewertung der Arbeit nach sich ziehen. 

Es ist wichtig, dass in der Arbeit durchweg ein roter Faden sichtbar ist (Kohärenz). Sie sollten Ihre Argumentation also sinnvoll aufbauen und stringent durchziehen. Entscheidend ist auch, dass Sie stets einen Bezug zur Forschungsfrage herstellen. In jedem Kapitel sollte deutlich werden, wieso es für die vorliegende Forschungsfrage sinnvoll ist. Kohärenzförderlich sind Einstiegssätze („In diesem Abschnitt wird …“) und Zwischenfazits, die den Bezug des Verhandelten zum Gesamtwerk herstellen („Aus den hier angestellten Überlegungen folgt für die Fragestellung, …“). Achten Sie darauf, dass Sie zwar knapp argumentieren, aber möglichst explizit: Was Ihnen selbstverständlich vorkommt, muss vielleicht Ihrem Publikum mit einem Halbsatz erklärt werden. 

Denken Sie beim Schreiben daran, dass Ihr Theorieteil dienende Funktion hat. Es geht nicht darum, ein wissenschaftliches Teilgebiet erschöpfend darzustellen. Vielmehr sollte das Kapitel ganz konkret Ihre Studie vorbereiten, d. h. Hinweise geben für die Dimensionalisierung, Operationalisierung, die Auswertungsstruktur und später die Diskussion der Ergebnisse. Allerdings sollten Sie im Theorieteil nicht mit methodischen Zwängen aus der später vorgestellten Studie argumentieren, im Sinne von „Weil ich in meiner Studie nur Männer befrage, werden hier im Theorieteil die Modelle über Frauen ausgeblendet“. Vielmehr muss Ihr Theorieteil die Inhalte umfassen, auf die sich Ihre methodische Untersuchungsanlage später gründen wird (Beispiel: „Wie im Theorieteil (Kap. 2.X) gezeigt wurde, sollte das Konstrukt XY mehrdimensional erfasst werden. Daher wurde zur Operationalisierung …“). – Für den Fall, dass Sie eine theoretische Arbeit verfassen, ist der Stellenwert des Theoriekapitels natürlich ein anderer. Die Ausarbeitung muss dann deutlich umfassender sein. 

Die Ergebnisse sollten Sie ebenfalls transparent und verständlich aufbereiten. Gut lesbare Tabellen oder grafische Darstellungen können dabei hilfreich sein. Achten Sie bei deren Formatierung auf die Anforderungen, die das APA Manual dafür vorsieht.

Vergessen Sie nicht, am Ende der Arbeit einen Rückbezug zur Theorie herzustellen und die Fragen abschließend zu beantworten. Ein gutes Diskussionskapitel am Ende, das eine strukturierte Interpretation der Erkenntnisse anbietet, ist wesentlich für die Realisierung von Forschungsfortschritt. Wenn man sich hier nur mit einer knappen Rekapitulation der Ergebnisse begnügt, wird dies in aller Regel negative Folgen für die Gesamtbewertung der Arbeit haben.

5. Wie gliedere ich die BA-Arbeit?

Die BA-Arbeit ist wie eine klassische wissenschaftliche Arbeit aufgebaut. Im Folgenden finden Sie ein Beispiel, das der groben Orientierung dient. Die konkrete Gliederung muss Ihrer Fragestellung angepasst werden – insbesondere, wenn Sie eine Theoriearbeit verfassen. Die Gliederung sollte mit Ihrer Betreuerin bzw. Ihrem Betreuer abgestimmt werden.

1. Einleitung und Forschungsthema (Worum geht es allgemein?)

  • Explikation (Um was geht es?)
  • Relevanz (Warum ist das interessant?)
  • Forschungsproblem

2. Der Untersuchungsgegenstand (Worum geht es konkret?)

  • Deskription (Womit befassen wir uns?)
  • Definition und Konzepte (Wie sind die zentralen Konzepte zu verstehen?)

3. Theoretischer und empirischer Hintergrund (Wie könnte die Frage anhand bestehender Erfahrungen beantwortet werden?)

  • Theoretische Einbettung, d. h. Theorien, Modelle mit Bezug zum Untersuchungsgegenstand (Was wissen wir aus theoretischer Sicht bereits?)
  • Empirische Einbettung, d. h. Darstellung des Forschungsstandes (Was wurde bereits erforscht, z. B. in ähnlichen Bereichen?)

4. Präzisierung der Fragestellung (Was folgt daraus für die vorliegende Fragestellung?)

  • Dimensionale Analyse (Welche relevanten Aspekte wurden herausgearbeitet? Welche davon sollen bearbeitet werden?)
  • Präzisierung der Fragestellung und ggf. Formulierung von Unterfragen und Hypothesen (Welche Aspekte sollen konkret im Folgenden bearbeitet werden?)

5. Methodisches Vorgehen (Wie lässt sich die Frage beantworten?)

  • Grundsätzliche Vorgehensweise (Nähere ich mich der Fragestellung theoretisch oder empirisch, qualitativ oder quantitativ?)
  • Empirische Methode (Was mache ich und warum?)
  • Auswahl der Untersuchungselemente (Wen oder was beforsche ich?)
  • Operationalisierung (Wie ist das Erhebungsinstrument ausgestaltet?)
  • Durchführung (Wie gehe ich genau vor?)

→ Hier ganz besonders wichtig: Die intersubjektive Nachvollziehbarkeit. Versuchen Sie, alle methodischen Entscheidungen offenzulegen und zu begründen.

6. Ergebnisse (Wie wird die Frage beantwortet?)

  • Darstellung der Ergebnisse
  • Interpretation der Ergebnisse

→ Denken Sie daran, konkrete Antworten auf Ihre Forschungsfragen zu formulieren.
→ Bei qualitativen Arbeiten werden diese Arbeitsschritte i. d. R. nicht getrennt.

7. Diskussion (Was bedeutet das Ergebnis?)

  • Reflexion der Hauptergebnisse im Licht der Theorie
  • Limitationen der Arbeit
  • Bedeutung für Wissenschaft/Praxis/Gesellschaft
  • Weitere Forschung

Literaturverzeichnis (nach APA)
Anhang:

  • ggf. Instrument (Fragebogen, Kategoriensystem o. Ä. in voller Länge)
  • ggf. ausführliche Berechnungen und Tabellen
  • ggf. Datei mit Transkripten

→ Achtung: Der Anhang ist für weiterführende Informationen gedacht, nicht für Seiten, die vorne nicht mehr gepasst haben. Alles, was so wichtig ist, dass die Gutachterinnen oder Gutachter es gesehen haben müssen, muss in den Hauptteil Ihrer Arbeit.

6. Wie plane ich zeitlich?

Sie haben für Ihre BA-Arbeit drei Monate Zeit, die Sie bereits im Vorfeld sinnvoll einteilen sollten. Dabei sollten Sie sich vor Augen halten, dass immer alles länger dauert, als man denkt! Also: Pufferzeit einplanen, die wird auf jeden Fall benötigt – nicht nur, wenn etwas schiefgeht.

Ihre konkrete Zeitplanung ist abhängig von der Methode, v. a. von Rekrutierung und Feldzeit. Planen Sie immer genug Zeit für die Ergebnisauswertung ein – die Ergebnisse sind der Hauptteil Ihrer Arbeit!

7. Wer bewertet meine BA-Arbeit?

Ihre Arbeit wird von zwei Personen benotet: Die Person, die Sie betreut hat, verfasst das Erstgutachten. Das Zweitgutachten verfasst eine andere geeignete IJK-Mitarbeiterin/ein anderer Mitarbeiter, die bzw. der von uns bestimmt wird. Die beiden Noten werden gemittelt. Liegen sie mehr als eine ganze Note auseinander, wird eine dritte Person zur Begutachtung bestellt.

Die BA-Arbeit gilt als bestanden, wenn beide Prüferinnen bzw. Prüfer die Arbeit mit mindestens ausreichend bewertet haben.

8. Nach welchen Kriterien wird meine Arbeit bewertet?

Eine BA-Arbeit dient dazu nachzuweisen, dass Sie das wissenschaftliche Handwerk gelernt haben. Sie sollen zeigen, dass Sie in der Lage sind, innerhalb der vorgesehenen Frist eine Aufgabe aus dem Feld Medienmanagement selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden bearbeiten zu können (also stringent, methodisch sauber und nachvollziehbar). Bei empirischen Arbeiten ist auch relevant, welches Forschungsdesign und welche Methode sie ausgewählt haben, wie die Umsetzung erfolgt ist und wie Sie bei der Datenanalyse vorgegangen sind.

Im Einzelnen werden folgende Teile Ihrer Arbeit bewertet:

  • Erarbeitung von Forschungsfrage und Relevanz
  • Theorie, Literatur- und Begriffsarbeit, Entwicklung von Forschungsfragen/Hypothesen
  • Methodisches Vorgehen
  • Darstellung des methodischen Vorgehens
  • Darstellung der Ergebnisse
  • Diskussion der Ergebnisse
  • Form (Stil, Sprache, Schaubilder, Tabellen, Layout)

Die Arbeit ist bestanden, wenn sie mit mindestens ausreichend bewertet wurde.

Sie können mit den Prüfenden einen Aussprachetermin vereinbaren, um Einsicht in die Bewertung zu nehmen.

 

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    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2020

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