2020 - aktuell

Master Kommunikations- und Medienforschung und Musik und Medien

Shmyhol, Yuliia (2025)

Vom Krieg im Feed verfolgt? Eine qualitative Studie, die untersucht, wie die Ukrainer:innen, die nach Deutschland gekommen sind, auf die Kriegsvideos aus ihrem Herkunftsland reagieren

Es ist erstaunlich, wie schnell und oft unbewusst wir uns an neue und unbekannte Reize oder Umstände gewöhnen. Unter neuen Umständen können wir neue Verhaltensmuster und ungewöhnliche Reaktionen entdecken oder, im Gegenteil, vertraute Muster anwenden, nur eben in neuen Zusammenhängen. Solche neuen Kontexte werden fast jeden Tag geschaffen. Eine der Quellen dieser „neuen Kontexte“ der modernen Welt ist zweifellos der Medienraum. Es ist jedoch wichtig zu sagen, dass der Medienraum selbst sehr flexibel ist und alle Veränderungen um ihn herum wie ein Schwamm aufsaugt. Daher können wir beobachten, wie ein Ereignis wie die russische Invasion in der Ukraine tief in den Medienraum eingedrungen ist und ihn dadurch in gewissem Maße verändert hat. Seit dem 24. Februar 2022 hat ein großer Teil der Gesellschaft, insbesondere der europäischen Gesellschaft, den Krieg über die sozialen Medien viel näher an sich herangelassen als je zuvor, da sie ständig Zugang zu kriegsbezogenen Inhalten haben, die nicht nur von Journalisten, sondern auch von normalen Nutzern:innen erstellt werden. Seitdem ist in der Kommunikationswissenschaft das Phänomen des „Kriegs im Feed“ aufgetaucht. In der vorliegenden Arbeit wird die Interaktion ukrainischer Flüchtlinge in Deutschland mit dem „Krieg im Feed“ untersucht. Die Studie konzentriert sich darauf, wie Ukrainer:innen im Ausland auf Videoinhalte reagieren, die den Krieg zeigen, und wie diese Videos ihren emotionalen Zustand beeinflussen und biografische Resonanz hervorrufen. Die psychologischen Mechanismen der Reaktion auf die Inhalte werden identifiziert, einschließlich der emotionalen Belastbarkeit, der Coping-Strategien und der Nutzung der Medien als Instrument zur Regulierung des emotionalen Zustands. Da dieses Thema schwer zu verallgemeinern ist, wurden fokussierte Interviews durchgeführt, um möglichst umfassende Antworten zu erhalten. Die Daten wurden qualitativ nach Kuckartz analysiert, was zu einem Verständnis der Reaktionen und Meinungen führte, die das Phänomen des Krieges im Feed hervorrufen, nämlich Videos, die von gewöhnlichen Nutzern:innen erstellt wurden. Im Verlauf der Studie wurde festgestellt, dass ukrainische Flüchtlinge in Deutschland hauptsächlich von Emotionen des Mitleids und des Hasses geprägt sind, was zum Nachdenken über den Krieg im Allgemeinen anregt.



Keller, Hannah (2025)

Vom Club zum Safer Space. Eine qualitative Untersuchung der Wirksamkeit von AwarenessMaßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt im Nachtleben

Sexualisierte Gewalt gegen Frauen stellt ein verbreitetes, strukturelles Problem dar, das weit über individuelle Vorfälle hinausgeht und auf gesellschaftliche Machtgefälle hinweist. Studien verdeutlichen, dass sexualisierte Gewalt allgegenwärtig ist und nicht auf den privaten Raum beschränkt bleibt. Clubs und Veranstaltungsorte, die als Räume der Freiheit und Selbstverwirklichung gelten, sind für Frauen oft Orte, an denen sie sexualisierte Übergriffe erfahren. Mehr als zwei Drittel berichten, dass sie im Club sexuelle Belästigung erleben. Diese erschreckenden Zahlen verdeutlichen, dass das Nachtleben für viele kein sicherer Raum ist und präventive Maßnahmen dringend erforderlich sind. In diesem Kontext gewinnen Awareness-Maßnahmen, die auf die Prävention und Bekämpfung sexualisierter Gewalt abzielen, zunehmend an Bedeutung. Angesichts der breiten gesellschaftlichen Debatten um sexualisierte Gewalt gewinnt das Thema an Relevanz, doch fehlt es nach wie vor an wissenschaftlichen Untersuchungen, die die Wirksamkeit und Notwendigkeit solcher Maßnahmen in Clubs bewerten. Diese Arbeit untersucht, welche Maßnahmen Clubbetreibende in Hannover implementieren, um FLINTA*-Personen vor sexualisierter Gewalt zu schützen, und wie diese in ihrer Wirksamkeit bewertet werden. Der theoretische Rahmen basiert auf Ansätzen der Gender Studies sowie der geschlechterkritischen Gewaltforschung und beleuchtet sexualisierte Gewalt als strukturelles Problem. Durch qualitative Interviews mit Clubbetreibenden wurde der Einsatz von verschiedenen Awareness-Maßnahmen diskutiert und evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Awareness in den untersuchten Clubs ernst genommen wird und präventive sowie kontrollierende Maßnahmen erfolgreich zur Reduktion von Gewalt beitragen. Dennoch variiert das Verständnis von und die Bereitschaft zur Umsetzung solcher Maßnahmen, was auf unterschiedliche strukturelle und persönliche Faktoren zurückzuführen ist. Die Forschung macht deutlich, dass eine stärkere institutionelle und finanzielle Unterstützung notwendig ist, um Awareness-Maßnahmen weiter auszubauen und flächendeckend wirksam zu machen. Trotz der bestehenden Herausforderungen leisten die untersuchten Clubs Pionierarbeit und tragen dazu bei, das Nachtleben sicherer zu gestalten.



Robben, Alina (2024)

Nachrichtenberichterstattung zum Thema sexualisierte Gewalt und Auswirkungen auf die Verantwortungszuschreibung

Gewalt gegen Frauen - insbesondere Gewalt in der Partnerschaft und sexualisierte Gewalt - ist weiterhin weltweit verbreitet. Ursache der Gewalt sind ein Zusammenspiel von individuellen und sozioökonomischen Faktoren - insbesondere patriarchale gesellschaftliche Strukturen und darauf basierende Rollenvorstellungen. Das Ausmaß und die Ursachen der Gewalt gegen Frauen finden in der Nachrichtenberichterstattung jedoch wenig Beachtung. Mehrheitlich werden extrem gewaltvolle oder prominente Fälle als Einzelereignis berichtet. Dieses episodische Framing steht im Gegensatz zum thematischen Framing, was Fälle der Gewalt in den strukturellen Kontext einordnet. Framing kann dabei Verantwortlichkeiten herausarbeiten und dem Rezipierenden vermitteln. Als zweiter Faktor mit Einfluss auf die Verantwortungszuschreibung wird die Präsenz von Vergewaltigungsmythen argumentiert. Als verzerrte Voreingenommenheit mit tatentschuldigenden und opferbeschuldigenden Elementen wirken sie auf die Informationsverarbeitung ein. Bei Männern sind Vergewaltigungsmythen im Schnitt akzeptierter als bei Frauen, gleichzeitig neigen Männer eher dazu, den Opfern ein Eigenverschulden zu zusprechen. In einem quantitativen Online-Experiment (N = 107) mit vier Experimentalgruppen wird daher untersucht, inwieweit das thematische Framing im Gegensatz zu episodischem Framing und die Präsenz von Vergewaltigungsmythen auf die Verantwortungszuschreibung an das Opfer und den Täter, sowie die Einordnung als individuell oder strukturell begründete Tat einwirken. Als zusätzlicher Einflussfaktor wird das Geschlecht als Moderator einbezogen. Für die Stimuli wurden fiktive Artikel verfasst, welche ein Acquantaince-Rape-Szenario aufgreifen. Die Ergebnisse zeigen: Es gibt einen vom Geschlecht moderierten Effekt der Präsenz von Vergewaltigungsmythen. Frauen schreiben nach dem Lesen eines Nachrichtenartikels mit Vergewaltigungsmythos dem Täter signifikant mehr Verantwortung zu als nach dem Lesen eines Artikels ohne Mythos.



Wehming, Mona (2024)

Der Einfluss von Hostile-Media-Wahrnehmungen auf die gesundheitspolitische Anschlusskommunikation: Eine empirische Untersuchung zur Ursache des Involvements, der vermittelnden Rolle von Hostile-Media-Wahrnehmungen und ihrer Konsequenzen

In Folge des stetig wachsenden Medienkonsums wird auch die Anschluss- kommunikation, d. h. die Kommunikation über Medien und ihre Inhalte, immer wichtiger. Anschlusskommunikation dient unter anderem dazu, Medieninhalte verständlicher zu machen und setzt somit gleichzeitig voraus, dass Informationen aus den Medien aufgenommen und verarbeitet werden. Identische mediale Inhalte können von Rezipient*innen aufgrund ihres Involvements jedoch unterschiedlich beurteilt werden. Die feindliche Beurteilung von Medien wird auch als Hostile-Media- Wahrnehmung beschrieben und tritt insbesondere bei kontroversen Debatten auf, in denen Menschen starke unterschiedliche Positionen bezüglich einer Thematik einnehmen. Hostile-Media-Wahrnehmungen können sich als Hostile-Media-Effekt auch auf die anschließende Kommunikation der Rezipient*innen auswirken und somit sowohl negative als auch positive Konsequenzen für die Demokratie darstellen. Am Beispiel des gesetzlichen Umgangs zum Schwangerschaftsabbruch soll daher der Effekt von Hostile-Media-Wahrnehmungen auf die Intention zur Anschluss- kommunikation untersucht werden. Darüber hinaus werden dabei verschiedene Formen des Involvements hinsichtlich ihrer Effektstärke auf die feindlichen Medienwahrnehmungen verglichen. Entgegen den Annahmen legen die Ergebnisse der quasi-experimentellen Online-Umfrage (n = 177) dar, dass Hostile-Media- Wahrnehmungen in dieser Studie keine signifikante Wirkung auf die Intention zur Anschlusskommunikation zeigen. Auch die verschiedenen Formen des Involvements weisen keinen signifikanten Einfluss auf die Hostile-Media-Wahrnehmungen der Proband*innen vor. Eine mediierende Funktion von Hostile-Media-Wahrnehmungen zwischen Involvement und der Intention zur Anschlusskommunikation kann folglich nicht nachgewiesen werden. Weiterführende Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass Hostile-Media-Wahrnehmungen in einem negativen Zusammenhang mit der Intention zur Anschlusskommunikation stehen. Die Kommunikationsintention wird als Folge des Hostile-Media-Effekts konträr zu den theoriebasierten Annahmen also eher reduziert statt verstärkt. Hierzu werden verschiedene erklärende Ansätze herangezogen.



Hopfe, Elisabeth (2023)

Information for Long-Term Cancer Survivors: A Scoping Review

Introduction: To assure appropriate long-term care for cancer survivors through provision of information tailored to their needs and preferences, this review maps long term cancer survivors’ self-reported information needs, barriers, behaviours, and preferences in long-term survivorship ≥5 years after diagnosis. Methods: A scoping review of research was conducted using PRISMA-ScR guidelines. Five databases were searched in April 2023. Results were mapped via mixed-methods content analysis. Results: Of 1,041 articles identified, 36 met eligibility criteria. Studies most frequently included survivors of breast and prostate cancer (50 %) and residing in North America and Canada (56 %). Long-term cancer survivors commonly identified needing information regarding health, particularly on their illness and recurrence, sexual functioning and fertility and comorbidities. Barriers included information quality, overload, and difficulties to find and understand it as well as missing trust in it. Most survivors were active information seekers, but information avoidance occurred as well. Survivors preferred personalized information in written or multimedia form, from their health care provider or the internet, both medical information and experiences from other survivors. Findings on survivors of childhood, adolescent and young adult (CAYA) cancer are sparse. Conclusion: Long-term cancer survivor still have unmet needs for information and seek it, but information barriers must be dismantled. Less is known about CAYA cancer survivors’ information behaviour and information barriers and preferences of ethnical minorities.



Leuppert, Robin (2021)

Wie normativ ist Risikoinformationshandeln?



Mierisch, Maja (2021)

Wie immunisiert man sich gegen eine Infodemie? Eine explorative Untersuchung zur Informationsvermeidung während der Corona-Krise.



Willenbrock, Gregor (2021)

Kommunikationsprozesse in Free and Open Source Software Gemeinschaften am Beispiel der Corona-Warn-App: Explorative mixed-methods Untersuchung von gerahmten Akteur:innenkonstellationen auf der Social-Coding-Plattformen Github.



Krabbe, Carina (2020)

#digitalfood. Eine empirische Analyse des Einflusses der Nutzungsmotive auf die Posting-Häufigkeit von Essensfotos auf Instagram unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsmerkmale



Kramer, Nathalie Sophie (2020)

Eine qualitative Analyse der Struktur und Strategien des öffentlichen Impfdiskurses nach Einführung der Impfpflicht



Bachelor Medienmanagement

Schlieper, Jil (2025)

Likes gegen das Stigma. Eine experimentelle Untersuchung zur Wirkung von InfluencerKommunikation auf die Entstigmatisierung von Patient:innen mit chronischen Darmerkrankungen auf Grundlage parasozialer Interaktion

Influencer:innen wie Karina Spiess teilen auf Instagram (@kikidoyouloveme) ihre Erfahrungen mit der eigenen Darmerkrankung, um das Bewusstsein und die Akzeptanz einhergehender Symptome zu verbessern (Jannaschk, 2023; Siegl, 2023). Betroffene von chronischen Darmerkrankungen sind gesellschaftlich eher stigmatisiert, da Themen rund um Darm und Verdauung nach wie vor tabuisiert werden. Dieses Stigma kann sich negativ auf das Leben der Erkrankten auswirken (Kaiser, 2012; Ng et al., 2017; Taft et al., 2013). Diese Arbeit untersucht dahingehend, inwiefern Influencer- Kommunikation die Entstigmatisierung chronischer Darmerkrankungen beeinflusst. Theoretisch basiert die Untersuchung auf dem Konzept der Stigmatisierung (Goffman, 1963). Als potenzielle Einflussfaktoren werden die parasoziale Interaktion (Horton & Wohl, 1956) sowie die eigene Betroffenheit der Rezipient:innen betrachtet. Zur Beantwortung der Forschungsfrage kommt ein experimentelles Online-Design zum Einsatz. Die Ergebnisse zeigen keinen signifikanten Einfluss der Influencer- Kommunikation auf die Einstellungen gegenüber chronischen Darmerkrankungen. Die eigene Betroffenheit der Proband:innen korreliert allerdings signifikant mit der Intensität der parasozialen Interaktion. Dies deutet darauf hin, dass persönliche Erfahrungen eine zentrale Rolle in der Verarbeitung von Gesundheitskommunikation spielen und einen größeren Einfluss haben als die reine Influencer-Kommunikation. Zukünftige Forschung könnte diesen Zusammenhang weitergehend untersuchen. Darüber hinaus legen die Ergebnisse nahe, dass Gesundheitsexpert:innen ebenfalls als Influencer betrachtet werden könnten. Eine Wiederholung der Untersuchung mit einem optimierten Studiendesign und erweiterten Stigmatisierungsskalen erscheint vielversprechend.



Bettels, Katharina (2024)

„Selling Hope“: Eine kritische Analyse des MultiLevel-Marketings unter besonderer Betrachtung des Einflusses von Persönlichkeitsmerkmalen und Lebenssituationen auf die Teilnahme

Das Multi-Level-Marketing (MLM) ist eine Vertriebsmethode, bei der unabhängige Vertriebspartner*innen Produkte oder Dienstleistungen verkaufen und durch vielfältige Persuasionsstrategien neue Mitglieder anwerben. Die rechtliche Abgrenzung zwischen seriösen MLMs und unseriösen Praktiken gestaltet sich jedoch schwierig. Es fehlen angemessene Kontrollinstanzen und Verbraucherschutzmaßnahmen. Die Teilnehmenden im MLM sind vielfältig in Bezug auf demografische Merkmale und Lebensumstände, jedoch sind häufig vulnerable Bevölkerungsgruppen beteiligt. Motivationen für die Teilnahme sind finanzieller Profit, passives Einkommen, persönliche Entwicklung und Flexibilität. MLM- Unternehmen stehen unter anderem auf Grund von verherrlichender Darstellung von Einkommenschancen und Intransparenz in der öffentlichen Kritik. Die vorliegende Studie befasst sich mit dem Zusammenhang von krisenhaften Lebenslagen und Persönlichkeitsmerkmalen und der Teilnahme in MLM-Unternehmen. Mittels einer quantitativen Befragung wurden Zusammenhänge von dem Eintritt in das MLM in verschiedenen Lebensphasen erhoben, sowie Persönlichkeitseigenschaften herausgestellt, die unter MLM- Teilnehmenden überdurchschnittlich ausgeprägt sind im Vergleich zu nicht- MLM- Teilnehmenden. Hierzu gehören ein unterdurchschnittlich ausgeprägtes Sicherheitsmotiv und eine überdurchshcnittlich ausgeprägtes Machtmotiv, sowie ein überdurchschnittlich hohe Offenheit und Extraversion. Im Anschluss wurden Handlungsempfehlungen und Implikationen für die Praxis gegeben.



Charif, Theresa (2024)

„You(th)Porn“ – Pornografie als Chance für die pädagogische Bildung? Eine qualitative Untersuchung der Effekte sexuell expliziter Inhalte auf Jugendliche und ihrem Einsatz als Werkzeug in der pädagogischen Sexualaufklärung

Pornografie ist ein Massenphänomen und über das Internet jederzeit für Menschen aller Altersstufen frei zugänglich – so auch für Jugendliche unter 18 Jahren. Selbst durch strengere Regularien, können Minderjährige nicht gänzlich von pornografischen Inhalten abgeschottet werden und kommen früher oder später mit diesen in Kontakt. Eine rechtzeitige und ausführliche Aufklärung erscheint demnach unvermeidlich, damit Kinder und Jugendliche lernen können die vielen Informationen zu verstehen und einzuordnen. Spätestens im Jugendalter wächst bei den Heranwachsenden das Bedürfnis nach visuellen Darstellungen sexueller Interaktionen. Wenn Jugendliche heutzutage in den meisten Fällen Pornografie konsumieren, bevor sie eigene sexuelle Erfahrungen mit anderen machen, liegt die Frage nach den Auswirkungen nahe. Die vorliegende empirische Forschung untersucht, inwiefern Pornos als Werkzeug in der pädagogischen Bildungsarbeit für Sexualpädagog*innen für die Sexualaufklärung Jugendlicher genutzt werden könnten. Dadurch soll ein Beitrag für mögliche zukünftige pädagogische Konzepte, unter Berücksichtigung Medien wirkmächtiger Phänomene, geleistet werden. Dafür wird zunächst die Frage nach möglichen Auswirkungen von Pornografiekonsum geklärt und ob es mögliche positive Effekte gibt, die in der pädagogischen Sexualaufklärung Einsatz finden könnten. Der empirische Zugang erfolgt über problemzentrierte leitfadengestützte Interviews mit acht Sexualpädagog*innen, die insgesamt in sechs verschiedenen Bundesländern tätig sind. Die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung zeigen, dass pornografische Inhalte nicht dafür geeignet sind im klassischen Sinne für die Sexualaufklärung eingesetzt zu werden, da rechtliche sowie persönliche Grenzen überschritten würden. Dennoch konnte festgestellt werden, dass bestimmte Arten von Pornografie durchaus positive und edukative Effekte erzielen können und dass Jugendliche kostenlose Zugänge zu alternativen Pornografieangeboten benötigen.



Joswig, Sina (2024)

#BodyPositivity – zwischen Vorurteilen und Selbstliebe. Eine quantitative Untersuchung der Einstellung zu und der Identifikation mit der Body Positivity Bewegung

Die Body Positivity Bewegung gilt als Gegenbewegung von kaum erreichbaren Schönheitsidealen. Durch das Ziel, die Selbstakzeptanz von Menschen unabhängig von ihrem Körper zu fördern und somit psychischen Druck abzubauen, hat die Bewegung inhaltlich eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Sie wird vor allem über die sozialen Medien verbreitet, erfährt dort gleichzeitig jedoch viel Kritik: Viele Personen sehen die Bewegung als Rechtfertigung für ungesunde Lebensstile. Um herauszufinden, ob die kritischen Meinungsäußerungen zur Bewegung der Meinung vieler Personen entsprechen, wurde in dieser quantitativen Untersuchung daher die Einstellung zu und die Identifikation mit der Bewegung, anhand einer standardisierten Online-Befragung untersucht (n = 151). Darüber hinaus wurde überprüft, ob die Faktoren Wahrnehmung der Berichterstattung, sowie Geschlecht, Alter, Selbstwert, Körperbild der Befragten und Interaktion mit Body Positivity Beiträgen in den sozialen Medien einen Einfluss auf die Einstellung zu und/oder die Identifikation mit der Bewegung haben. Die Ergebnisse zeigten, dass die Einstellung zur Bewegung positiv ausfällt, sich jedoch kaum Befragte mit der Bewegung identifizieren. Bei den Faktoren Geschlecht, Selbstwert und Interaktion mit Body Positivity Inhalten konnte ein signifikanter Einfluss sowohl auf die Einstellung zu als auch auf die Identifikation mit der Bewegung festgestellt werden. Alles in allem scheinen die kritischen Meinungsäußerungen, die eine negative Einstellung zur Bewegung implizieren, also nicht der mehrheitlichen Meinung dieser Stichprobe zu entsprechen.



Kniebel, Jamina (2024)

„Vom Social Media Konsum zum Achtsamkeitsguru“ – Eine empirische Untersuchung über den Einfluss der Rezeption von Achtsamkeitsinhalten in den sozialen Medien auf die Achtsamkeit sowie die alltägliche formelle Achtsamkeitspraxis der Konsument:innen anhand der Theorie des geplanten Verhaltens von Ajzen

Die Schnelllebigkeit des modernen Lebens macht vielen Menschen im Alltag zu schaffen. Ohne Weiteres den gegenwärtigen Moment zu leben und zu genießen, fällt vielen Menschen zwischen Job, Familie und dem alltäglichen Leben schwer. Dabei kann Achtsamkeit Abhilfe schaffen und die Gesellschaft beeinflussen, indem sie Gesundheitskosten senkt und die Produktivität steigert. Die vorliegende Arbeit untersucht aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht, welchen Einfluss der Kontakt mit Achtsamkeitsinhalten auf das Alltagsverhalten der Befragten nehmen kann. Geprüft wird dabei, ob der Kontakt mit diesen Inhalten einen Einfluss auf die drei Komponenten Einstellungen, subjektive Normen und Verhaltenskontrolle der Theorie des geplanten Verhaltens von Ajzen nimmt. Darüber hinaus wird untersucht, ob diese wiederum einen Einfluss auf die Intentionen zur (formellen) Achtsamkeitspraxis im Alltag und somit auf das Alltagsverhalten der Befragten nehmen. Zudem wird dabei der direkte Einfluss des Kontakts mit Achtsamkeitsinhalten auf die Intentionen betrachtet. Im Rahmen einer quantitativen Online-Befragung mit 84 Teilnehmenden konnte anhand einer Mediationsanalyse ermittelt werden, dass es sowohl einen signifikant positiven direkten Einfluss des Kontakts mit Achtsamkeitsinhalten auf die Intentionen der Befragten als auch einen signifikant positiven indirekten Einfluss mediiert durch die Komponenten der Theorie des geplanten Verhaltens gibt. Der Einfluss der Intentionen auf das Alltagsverhalten konnte mithilfe einer einfachen Regressionanalyse bestätigt werden.



Meyer, Alina (2024)

Mental Health-to-go: Schluss mit den Tabus durch Podcasts? Eine qualitative Untersuchung der Rolle von Mental Health Podcasts im Kontext der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen

Der deutsche Audiomarkt boomt. Im Zuge des Trends hin zu einem individualisierten und mobilen Medienkonsum hat sich insbesondere das Audiomedium Podcast zu einer beliebten Unterhaltungs- und Informationsquelle entwickelt. Die Podcast-Landschaft bietet mittlerweile ein breites Themenspektrum, aus dem Nutzer:innen diverse Audioinhalte nach eigenen Interessen und Bedürfnissen abrufen können. Ein Themenbereich, der dabei zunehmend Beachtung auf Seiten der Anbieter:innen sowie der Konsument:innen erfährt, ist die psychische Gesundheit. Immer mehr PodcastFormate widmen sich dem gesellschaftsrelevanten Thema, um die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen voranzutreiben. Grundlage für diese Entwicklungen ist auf der einen Seite das steigende Interesse und die Offenheit, die das Thema inzwischen in Teilen der Bevölkerung erfährt. Auf der anderen Seite stellt die wachsende Zahl der psychischen Erkrankungen sowie die fortwährende Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen die Gesellschaft vor eine zunehmende Herausforderung. Darüber hinaus können Vorurteile und Diskriminierungen schwerwiegende Folgen für Betroffene sowie deren direktes Umfeld mit sich bringen. Vor diesem Hintergrund zielt die vorliegende Arbeit darauf ab, die Rolle von Mental Health Podcasts im Kontext der Reduzierung von stigmatisierenden Einstellungen und diskriminierenden Verhaltensweisen zu untersuchen. Von besonderem Interesse sind zudem die Beweggründe und Bedürfnisse, die hinter der Podcast-Nutzung stehen. Für die Untersuchung wurde eine qualitative Studie anhand von zehn leitfadengestützten Interviews mit regelmäßigen Hörer:innen von verschiedenen Mental Health Podcasts durchgeführt. Die Erkenntnisse belegen, dass das auditive Medium einen bedeutenden Beitrag zur Entstigmatisierung leisten kann. Hörer:innen nutzen das Medium primär, um ihr Wissen und Verständnis zu erweitern. Persönliche Erfahrungen mit mentalen Herausforderungen sind häufig der Auslöser für die Rezeption, in der Hoffnung auf Ratschläge und Unterstützung. Zudem klären die Podcasts umfassend über verschiedene Krankheitsbilder und therapeutische Unterstützungsangebote auf. Elemente wie der Beziehungsaufbau zu Podcast-Sprecher:innen sowie die Identifikation mit geteilten Erfahrungsberichten können positive Veränderungen in Einstellungen und Verhaltensweisen bezüglich psychischer Erkrankungen bewirken. Diese Erkenntnisse sollen als Grundlage für Folgeforschungen auf dem Gebiet der Stigmabewältigung und der Wirksamkeit von Mental Health Podcasts dienen.



Sandvoss, Svenja (2024)

„LESS MEAT AGAINST HEAT“: Die Wirkung von Gain- und Loss-Framing auf die Intention, den Fleischkonsum aus Umweltschutzgründen zu reduzieren

Der globale Fleischkonsum verursacht irreversible Folgen sowohl für die Umwelt als auch die Menschheit und trägt erheblich zum anthropogenen Klimawandel bei. Eine Änderung des menschlichen Ernährungsverhaltens hin zu einem reduzierten Fleischkonsum ist ein essenzieller Schritt zur Begrenzung dieser negativen Folgen. Wissenschaftlichen Studien zufolge liegt im Gain- und Loss-Framing-Ansatz, also der Betonung von positiven Konsequenzen bei Übernahme bzw. der Hervorhebung negativer Konsequenzen bei Nicht-Übernahme einer bestimmten Handlungsempfehlung, großes Potenzial zur Beeinflussung des umweltbewussten Verhaltens. Da bisher noch kein einheitlicher Konsens darüber besteht, ob eher Gain- oder Loss-Frames in der strategischen Klimakommunikation von Non-Profit-Organisationen, die Intention hervorrufen, den Fleischkonsum aus Umweltschutzgründen zu reduzieren, wird dem in dieser Abschlussarbeit nachgegangen. Zusätzlich wird untersucht, ob der Effekt der Gain- oder Loss-Frames auf die Intention eines reduzierten Fleischkonsums aus Umwelt- schutzgründen durch zwei umweltpsychologische Variablen seitens der Studienteil- nehmer*innen moderiert wird: deren umweltbezogene Risikowahrnehmung sowie ihre umweltbezogene Selbstwirksamkeit. Hierfür haben 99 Personen zwischen 18 und 60 Jahren an einer (M = 28,49; SD = 10,56) experimentellen Online-Befragung teilgenommen. Die Proband*innen wurden zufällig einer von zwei Experimentalgruppen (1 = Gain-Frame) und (2 = Loss- Frame) zugeteilt. Es konnte kein signifikanter Effekt hinsichtlich der Wirkung von Gain- und Loss-Framing auf die Intention, den Fleischkonsum aus Umweltschutzgrün- den zu reduzieren, festgestellt werden. Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass die um- weltbezogene Risikowahrnehmung den Effekt zwischen dem Loss-Frame und der Ab- sicht, den Fleischkonsum aus Umweltschutzgründen zu reduzieren, signifikant mode- riert. Darüber hinaus konnte ein signifikanter Moderatoreffekt der umweltbezogenen Selbstwirksamkeit auf die Wirkung des Gain-Frames auf die Intention, den Fleisch- konsum aus Umweltschutzgründen zu reduzieren im Rahmen der durchgeführten Studie ermittelt werden.



Thiel, Filoumenia (2024)

Sieh dir an, was du verpasst hast! Eine empirische Untersuchung des Zusammenhangs von Online-Vigilanz, Fear of Missing Out (FoMO), Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit

Mit dem Aufkommen von Smartphones und anderer mobiler Technologien hat sich die Nutzung des Internets und die zwischenmenschliche Interaktion der Menschen grundlegend verändert. Smartphone-Nutzer*innen haben die Möglichkeit, permanent online und permanent verbunden zu sein. Angesichts der kontinuierlichen Zunahme von Smartphone-Besitzer*innen rückt die Erforschung der Ursachen für die dauerhafte Online-Präsenz und deren Auswirkungen verstärkt in den wissenschaftlichen Fokus. Immer mehr Nutzer*innen berichten von einer ständigen Wachsamkeit und einer inneren Verbundenheit zu Online-Inhalten und -Kommunikation. Das so definierte Konstrukt der Online-Vigilanz bildet dieses Phänomen ab und befasst sich konkreter mit dem Nachdenken über Online-Inhalte, dem Reagieren auf Online-Benachrichtigungen und dem Überprüfen von Smartphone-Anwendungen. Ziel der Studie besteht darin, den Zusammenhang der Angst, etwas zu verpassen (FoMO) und der Online-Vigilanz zu untersuchen, ebenso wie den Zusammenhang der Online-Vigilanz, des Wohlbefindens und der Lebenszufriedenheit. Die empirische Untersuchung erfolgte anhand einer quantitativen Online-Befragung mit 117 deutschsprachigen Teilnehmenden im Alter von 17 bis 61 Jahren statt. Die Ergebnisse der Regressionsanalysen zeigen, dass FoMO einen erheblichen Beitrag zur Erklärung von Online-Vigilanz leistet. Die Dimensionen der Online-Vigilanz wirken sich wiederum größtenteils negativ auf die Lebenszufriedenheit aus. Zusätzlich zeigt sich, dass die Subdimension Salienz das Wohlbefinden nachteilig beeinflusst. Es konnte jedoch kein signifikanter Einfluss des Konstrukts der Online-Vigilanz auf das Wohlbefinden festgestellt werden. Die Studie unterstreicht die Bedeutung eines reflektierten Umgangs mit dem Smartphone und deren Online-Inhalten sowie die Relevanz weiterführender Studien.



Abramowski, Mirjam (2023)

„Isst du das noch?“ Frames des Karnismus und Veganismus in Online-Magazinen

Wie wir uns ernähren, spielt nicht nur auf individueller, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene eine bedeutende Rolle. Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt und der Umgang mit den Tieren stehen dabei oft im Fokus der Diskussion. In diesem Rahmen kommt es nicht selten auch zu folgender Frage: Sollten wir noch Fleisch essen? Antworten auf diese Frage werden in karnisitschen und veganen Diskursen stark diskutiert. Karnismus und Veganismus werden als zwei verschiedene ethische Grundhaltungen definiert, die beide geprägt sind von Meinungen, Einstellungen und Überzeugungen. Die vorliegende Arbeit untersucht den Diskurs über diese Grundhaltungen in deutschsprachigen Online-Magazinen. Karnismus und Veganismus dienen als zwei gegensätzliche Perspektiven, durch die der Ernährungsdiskurs betrachtet werden kann. Die Darstellung der beiden Perspektiven in den Medien bildet den Kern des Erkenntnisinteresses. Als Untersuchungsmethode wurde eine Clusteranalyse von knapp 200 Artikeln auf Basis des Framing- Ansatzes durchgeführt. Nach der Analyse lässt sich festhalten, dass die Kritikpunkte an Ernährungsweisen sich im Karnismus und Veganismus oftmals überschneiden. Der größte Unterschied liegt vor allem in den Lösungsansätzen; während Veganismus für den Verzicht auf tierische Produkte aufgrund der kritisierten Probleme plädiert, versucht Karnismus interne Lösungen zu finden, ohne dass auf den Konsum tierischer Produkte verzichtet werden muss.



Budde, Sira (2023)

Der Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Kundenbindungsstrategie von Unternehmen, die ein Abonnement oder eine Dauerkarte anbieten, in Deutschland – Eine qualitative Untersuchung zu den Strategieentwicklungen und den Auswirkungen auf Unternehmen während der Covid-19-Pandemie

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Kundenbindungsstrategien von Unternehmen in Deutschland auseinander. Der Fokus der Forschungsarbeit liegt auf Unternehmen, die das Geschäftsmodell des Abonnements oder einer Dauerkarte anbieten. Um das Themenfeld weiter einzugrenzen, wurde sich lediglich auf Unternehmen, die sportliche Freizeitaktivitäten anbieten, bezogen. Es werden die Kundenkommunikation, die emotionale Bindung und Innovationen, mit dem Fokus auf Onlinemedien, als ausgewählte Themenbereiche der Kundenbindungsstrategie erforscht. Das Forschungsvorhaben wird anhand von qualitativen Expert*inneninterviews mit Ansprechpartner*innen der befragten Unternehmen durchgeführt. Es konnten dafür sechs Unternehmen der Branche rekrutiert werden. Die geführten Interviews wurden mit dem Vorgehen der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Covid-19-Pandemie einen Einfluss auf die Kundenbindungsstrategie der Unternehmen hat. Durch die Pandemie wurde die Kundenkommunikation digitalisiert, die emotionale Bindung zu den Kund*innen fokussiert und neue Innovationen in den Unternehmen etabliert. Die Kundenkommunikation wurde vor der Pandemie hauptsächlich über den persönlichen Kontakt vor Ort ausgeübt. Durch die behördlichen Schließungen im Lockdown wurde die Kundenkommunikation über digitale Kanäle durchgeführt. Um Kund*innen weiterhin an das Unternehmen zu binden, wurde die emotionale Bindung durch bestimmte Maßnahmen zu den Kund*innen gestärkt. Zudem wurden Innovationen in der Kommunikation, aber auch in den Leistungsangeboten in der Zeit des Lockdowns geschaffen, wobei der Fokus auf den Onlinemedien lag.



Düselder, Johannes (2023)

„Gib Gates keine Chance“ – eine quantitative Untersuchung des Ausmaßes und der Erscheinungsformen von Verschwörungstheorien im Rahmen der Corona-Pandemie zur Entwicklung der Corona Conspiracy Exposure Theory (CCET)

Die vorliegende Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das Ausmaß sowie die Erscheinungsformen von Verschwörungstheorien in Bezug auf die Corona-Pandemie innerhalb der sozialen Netzwerkmedien Facebook, Instagram, YouTube, Telegram & WhatsApp zu untersuchen und liefert die Grundbausteine für die Corona Conspiracy Exposure Theory. Die Relevanz dieser Forschung ergibt sich aus der zunehmenden Sichtbarkeit von Verschwörungstheorien innerhalb sozialer Netzwerkmedien sowie der zunehmenden Radikalisierung der Verschwörungsdenkenden in Bezug auf die Corona-Pandemie. Mithilfe einer Online-Befragung und einer Rekrutierung in Form eines Convenience-Samples im Schneeballverfahren wurden zur Überprüfung der insgesamt vier Konstrukte Häufigkeit der Nutzung sozialer Netzwerkmedien sowie der Inhalte, Erscheinungsformen und Reaktionen auf den Kontakt mit Verschwörungstheorien (Interaktion & Emotion) 218 Proband:innen als Stichprobe generiert. Die Analysen bestätigen den positiven Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Netzwerkmedien und dem Kontakt mit Verschwörungstheorien und zeigen deutlich, dass mehr als zwei Drittel der Nutzer:innen in sozialen Netzwerkmedien mindestens einmal mit einer der sieben abgefragten Verschwörungstheorien in Kontakt gekommen sind. Zudem zeigen die Analysen, dass über alle Erscheinungsformen hinweg Verschwörungstheorien verbreitet werden, insbesondere aber öffentlich einsehbare Kommentare und Posts dominieren. Grafiken wie bspw. Sharepics oder auch private Textnachrichten hingegen stellen die geringsten Erscheinungsformen in Bezug auf Verschwörungstheorien dar. Anhand der emotionalen Reaktion sowie der Interaktion auf den Kontakt innerhalb des Netzwerkmediums zeigt sich zudem eine deutliche Spaltung in zwei klar zu unterscheidende Gruppen: im positiven Zusammenhang interagierende und emotional mit positiven Affekten konfrontierte Nutzer:innen, sowie im negativen/neutralen Zusammenhang interagierende und emotional mit negativen/neutralen Affekten konfrontierte Nutzer:innen. Dem Aspekt der Erinnerung an den letzten Kontakt mit einer Verschwörungstheorie ist mit einer Folgeforschung besondere Aufmerksamkeit zu widmen und ggf. mit einem qualitativen Ansatz nachzugehen.



Gawlik, Aurelia (2023)

Mind full vs. Mindful. Eine quantitative Studie zum Einfluss des individuellen Stressempfindens auf die Bereitschaft Achtsamkeits-Apps zu nutzen

Stress ist ein präsentes Thema in unserer Gesellschaft und gilt als einer der größten gesundheitlichen Risikofaktoren weltweit. Es handelt sich dabei um einen Zustand, in dem wir glauben, einer bestimmten Aufgabe oder Anforderung nicht gewachsen zu sein. Da Menschen sehr unterschiedlich auf Reize und sogenannte Stressoren reagieren, tritt auch das Gefühl von Stress sehr individuell auf. Eine vielversprechend kommunizierte Maßnahme gegen Stress beziehungsweise für einen besseren Umgang mit diesem, sind Achtsamkeits-Apps. Achtsamkeits- Apps sind mobile Applikationen, die damit werben, eine höhere Achtsamkeit mit Hilfe von angewandten Meditationen sowie Nutzung und Anwendung weiterer Inhalten zu erzielen. In dieser Arbeit wird untersucht inwieweit sich das individuelle Stressempfinden auf die Bereitschaft eine Achtsamkeits-App zu nutzen auswirkt. Mithilfe einer Online-Befragung (n = 130) wird in dieser Arbeit die Wirkung des individuellen Stressempfindens auf die Nutzungsbereitschaft von Achtsamkeits-Apps untersucht. Darüber hinaus wird das Geschlecht als mitwirkender Einfluss dieser Wirkung betrachtet. Als theoretische Basis diente dabei zum einen die Theorie des Copings und zum anderen der Uses-and-Gratifications-Ansatz. Die Hypothesen wurden im Rahmen der Datenauswertung mittels einer einfachen linearen Regressionsanalyse sowie zwei einfaktoriellen Varianzanalysen überprüft. Entgegen der aufgestellten Hypothese zeigte sich kein signifikanter Effekt des individuellen Stressempfindens auf die Bereitschaft Achtsamkeits-Apps zu nutzen. Das Geschlecht zeigte ebenfalls keinen Einfluss auf dieses Wirkungsverhältnis, auch wenn sich zeigte, dass Frauen ein signifikant höheres Stressempfinden haben als Männer.



Hutecker, Paula (2023)

Stärken stärken oder Schwächen schwächen? Eine empirische Untersuchung des Einflusses von Inhalts- und Goal-Frames auf die Einstellung und Verhaltensintention am Beispiel der psychischen Prävention

Psychische Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention zählen zu den größten Herausforderungen moderner Gesellschaften. Angesichts gesellschaftlicher, demografischer und gesundheitspolitischer Entwicklungen verstärkt sich der Bedarf, gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen für die psychische Gesundheit zu schaffen. So kann das Ergreifen saluto- und pathogenetischer Maßnahmen präventiv die psychische Widerstandsfähigkeit stärken und vor psychischen Krankheiten schützen. Personen können entweder ihre psychischen Schutzfaktoren stärken (salutogenetische Prävention), oder ihre psychischen Risikofaktoren reduzieren (pathogenetische Prävention). Die vorliegende Arbeit untersucht aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht, welchen Einfluss die Kommunikation von psychischen Schutz- und Risikofaktoren auf die Einstellung und Verhaltensintention zu psychischen Präventionsmaßnahmen hat. Geprüft wird, ob diese strategische Kommunikation letztendlich dazu führt, dass Personen eher Schutz- oder eher Risikofaktoren als wichtig empfinden und diese zukünftig anwenden wollen. Darüber hinaus wird aufbauend auf dem Gain-Loss-Framing-Ansatz überprüft, welche Rolle das Betonen von positiven oder von negativen Konsequenzen im Bereich der psychischen Gesundheitskommunikation spielt. Dabei soll festgestellt werden, ob sich jeweils Gain- oder Loss-Frames für die Kommunikation von psychischen Schutz- oder Risikofaktoren besser eignen, um Einstellungen und Intentionen der Rezipierenden zu verstärken. Abschließend wird die Rolle des empfundenen Risikos gegenüber psychischen Erkrankungen und der allgemeinen Selbstwirksamkeit untersucht, um herauszufinden, ob diese Faktoren eine moderierende Wirkung auf den Einfluss der Framing-Botschaften haben. Im Rahmen einer quantitativen Online-Befragung mit 185 Teilnehmenden konnte ermittelt werden, dass auf inhaltlicher Ebene lediglich die gezielte Kommunikation von Risikofaktoren zu einer signifikant positiveren Einstellung zu diesen Faktoren führt. Des Weiteren gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Gain- und Loss-Frames für die Kommunikation von Schutz- und Risikofaktoren. Das Ausmaß an Risikowahrnehmung und Selbstwirksamkeit moderiert zudem nicht die Einflüsse der Gain- und Loss-Frames auf Einstellungen und Verhaltensintentionen der Befragten.



Kortenacker, Greta (2023)

Alternative Schlafmittel? Eine qualitative Untersuchung der auditiven Mediennutzung vor dem Einschlafen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Wirkung auditiver Medien auf den Konsumierenden besser zu verstehen. Trotz des großen Angebots an auditiven Einschlafmedien im Internet sind das Wirkungsgefüge und die Einflussgrößen auditiver Medien auf den Schlaf noch recht unerforscht. Daher wird anhand einer qualitativen Studie die folgende Forschungsfrage untersucht: Wie wirken sich auditive Medien auf das Einschlafen aus? Um dies zu beantworten wurden sieben Nutzer*innen im Alter von 19 bis 76 Jahren interviewt und bezüglich der erlebten Wirkung auditiver Medien befragt. Die Studie zeigt, dass auditive Medien eine sehr schlaffördernde Wirkung auf die Nutzer*innen haben können. Trotz unterschiedlicher Nutzungsvorlieben der Hörer*innen auditiver Medien sind die geschilderten erlebten Wirkungen sehr ähnlich. Die auditiven Medien wirken sich auf die Befragten insgesamt überaus positiv hinsichtlich ihres Einschlafprozesses aus. Bei den Nutzenden der auditiven Medien vor dem Einschlafen stellt sich ein schnelles und als sehr angenehm beschriebene Einschlafatmosphäre und Einschlafen ein. Zusätzlich ließen sich verschiedene Unterschiede in den Beweggründen der Nutzung sowie in der erlebten Wirkung bei der Nutzung andere Medien beim Einschlafen feststellen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass auditive Medien das Einschlafen vieler Menschen durchaus erleichtern und positiv beeinflussen können. Es lässt sich jedoch kein allgemeingültiges Wirkungsgefüge aussprechen, da die erlebten Erfahrungen auf Subjektivität beruhen. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse erscheint es daher empfehlenswert, weiter in diesem Feld zu forschen und die Nutzung im Bereich der Schlafmedizin weiterführend zu untersuchen.



Martin, Alina (2023)

Die Bedeutung des sozialen Vergleichs für das subjektive Wohlbefinden nach der Social-Media-Nutzung unter besonderer Berücksichtigung dispositioneller Schutzfaktoren

Die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie z. B. Instagram kann positive und negative Folgen für das Wohlbefinden von Individuen mit sich führen. Passive Nutzungsvorgänge oder positiv verzerrte Selbstdarstellungen können u. a. Auslöser für negative Konsequenzen sein. Diese Auslöser stehen vor allem mit einem zentralen Faktor im Zusammenhang: dem Phänomen des (aufwärtsgerichteten) sozialen Vergleichs. Dadurch wird die Bedeutung von z. B. Instagram als Quelle für soziale Vergleichsprozesse mit dort vorkommenden Akteur*innen immer deutlicher. Um möglichen negativen Konsequenzen entgegenzuwirken, erscheinen Eigenschaftsfaktoren als sogenannte dispositionelle Schutzfaktoren für das Wohlbefinden von Individuen als geeignet und sollten ermittelt und gefestigt werden. Auf dieser Grundlage wurde in der vorliegenden Arbeit eine Online-Umfrage durchgeführt und die Daten von 172 Teilnehmer*innen untersucht. Hierbei wurde das allgemeine und aufwärtsgerichtete Vergleichsverhalten mit Akteur*innen auf Instagram und dessen Auswirkung auf das subjektive Wohlbefinden nach der Instagram-Nutzung analysiert. Zusätzlich wurden die dispositionelle Achtsamkeit, der dispositionelle Selbstwert und die dispositionelle Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden als mögliche Moderatoren des Zusammenhangs betrachtet. Die Ergebnisse besagen, dass der allgemeine soziale Vergleich und der soziale Aufwärtsvergleich auf Instagram negativ mit der positiven Affektivbilanz als Teil des subjektiven Wohlbefindens assoziiert sind. Allerdings ergaben die Moderationsanalysen der dispositionellen Eigenschaften Achtsamkeit, Selbstwert und Selbstwirksamkeit keine signifikanten Ergebnisse. Dadurch lässt sich ein Moderationseffekt final nicht eindeutig bestätigen und mögliche Gründe werden kritisch diskutiert. Die Erkenntnisse unterstützen und erweitern bereits bestehende Forschungen, fördern aber weiterhin die Wichtigkeit zentralisiert soziale Vergleichsprozesse in Verbindung mit Social Media und deren Wirkungsweise und mögliche Präventionen für die psychische Gesundheit zu untersuchen.



Pardey, Robin (2023)

Einfluss von Stress und Medien-Coping auf das Wohlbefinden in Zeiten der Corona-Pandemie

Ausgehend von der anhaltenden Corona-Pandemie und einer Studie wurde untersucht, welche Auswirkungen Corona bedingter Stress auf das Wohlbefinden hat und ob Medien bei der Stressbewältigung unterstützen. Einbezogen wurden hierfür zwei etablierte Copingstrategien, welche zu Beginn der Studie aus bestehender Literatur hergeleitet wurden. Obwohl alle Genutzten Skalen mittels Reliabilitätstest überprüft wurden und die Werte für gute Er-hebungsmethoden sprechen, konnten die aus der Theorie abgeleiteten Hypothesen nur bedingt bestätigt werden. So zeigten sich nur signifikante Einflüsse von Stress auf das Wohlbefinden und auf die zwei Bewältigungsstrategien problemorientiertes Medien-Coping und eskapistisches Medien-Coping. Die Copingstrategien zeigten entgegen der Erwartung keinen signifikanten Einfluss und konnten somit auch keine Mediationseffekte hervorrufen.



Reichert, Carolin (2023)

Riots not Diets - Eine experimentelle Studie zur Wirkung von Body Positivity-Beiträgen von Influencerinnen auf Instagram auf das positive Körperbild von Frauen

Ein beobachtbarer Trend in sozialen Netzwerkmedien – allen voran auf Instagram – ist die Body Positivity-Bewegung. Insbesondere weibliche Influencende veröffentlichen im Zuge der Bewegung körperpositive Beiträge, die darauf abzielen eng definierte und diskriminierende weibliche Körperideale abzuschaffen. Ihr primäres Bestreben ist die Akzeptanz und Wertschätzung unterschiedlichster Frauenkörper zu fördern. Hierfür präsentieren sie in ihren Instagram-Beiträgen ihren eigenen Körper ganz natürlich und auf eine nicht-idealisierte Art und Weise. Zudem teilen sie ihre persönlichen Geschichten darüber, wie sie es schafften, ihren Körper lieben zu lernen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, auf Basis der Theorie des sozialen Vergleiches und der narrativen Persuasion, die Wirkung von Instagram-Beiträgen von Influencerinnen zum Thema Body Positivity auf das positive Körperbild von Frauen zu untersuchen. Hierfür wurde ein 2x2 Experiment durchgeführt. Es handelte sich um 283 Teilnehmerinnen, die nach dem Zufallsprinzip einem von vier verschiedenen Instagram-Beiträgen zugeteilt wurden, welche sich hinsichtlich der Art der Körperdarstellung einer Influencerin (nicht-idealisiert vs. idealisiert) und der Narrativität einer Botschaft über Body Positivity (narrativ vs. nicht-narrativ) unterschieden. Es konnte kein signifikanter Effekt der Narrativität der Botschaft über Body Positivity auf die Körperwertschätzung von Frauen nachgewiesen werden. Eine Mediationsanalyse zeigte, dass nicht-idealisierte Körperdarstellungen von Influencerinnen die Körperwertschätzung von Frauen erhöht, vermittelt durch verringerte aussehensbezogene Aufwärtsvergleiche. Eine vielfältigere und realistische Darstellung von weiblichen Körpern auf Instagram kann Frauen folglich zu mehr Körperwertschätzung verhelfen.



Bytyci, Isabella (2022)

Die Theorie der Schweigespirale im Kontext kollektiver Gesundheitsthemen Inwiefern lässt sich die Theorie der Schweigespirale im Kontext der Corona-Pandemie anwenden?



Glinski, Theresa (2022)

Die Auswirkungen von Wearables in Abhängigkeit unterschiedlicher Nutzungsmuster

Aktivitätstracker und Smartwatches eröffnen ihren Nutzer*innen zahlreiche Vorteile zur Förderung der Gesundheit sowie zur Steigerung der Fitness. Allerdings ist der Gebrauch der Technologie für manche Personen auch mit negativen Auswirkungen verbunden. Die Untersuchung, wie verschiedene Nutzer*innen mit der Technologie umgehen und welche positiven und negativen Auswirkungen bei welchem Nutzungsmuster auftreten, ergibt sechs verschiedene Muster, die sich in zwei Gruppen zusammenfassen lassen. Gruppe Eins umfasst solche Nutzungsmuster, bei denen Nutzer*innen einen selbstbestimmten Umgang mit dem Gerät aufweisen. Das Vorhandensein intrinsischer Motivation bewahrt sie größtenteils davor, negative Wirkungen wahrzunehmen. Dahingegen bedingen das Verfolgen konkreter Ziele und eine Abhängigkeit von der Technologie zahlreiche negative Konsequenzen für Personen der zweiten Gruppe an Nutzungsmustern. Das Auftreten dieser Auswirkungen wird durch bestimmte Charakterzüge determiniert.



Herzog, Michelle (2022)

Compare to Despair? Der Einfluss von sozialen Vergleichen auf die Lebenszufriedenheit und der Moderator Achtsamkeit

Die Nutzer*Innen sozialer Medien sind tagtäglich den perfekten und idealisierten Bildern anderer Personen ausgesetzt. Dies kann dazu führen, dass erhöht soziale Vergleiche wahrgenommen werden. Wenn sich eine Person vermehrt mit anderen Individuen vergleicht, die bessergestellt sind (=Aufwärts-Vergleich), kann dies starke Folgen mit sich ziehen. Die erhöhte Wahrnehmung von sozialen Vergleichen wird unter anderen mit starken Neidgefühlen, Symptomen von Depression und auch mit einer niedrigeren Lebenszufriedenheit assoziiert. Anhand dieser Informationen wurde H1 (Umso mehr ein Individuum soziale Vergleiche durch soziale Medien wahrnimmt, desto wahrscheinlich fällt die Lebenszufriedenheit geringer aus) aufgestellt. Achtsamkeit ist ein Konzept, welches als Moderator dieses Einflusses wirken könnte. In einigen Studien wird Achtsamkeit die Funktion zugeschrieben, negative Effekte der Nutzung sozialer Medien zu dämpfen. So wurde H2 aufgestellt (Je achtsamer ein Individuum ist, desto geringer fällt bei ihm der negative Zusammenhang zwischen den sozialen Vergleichen auf sozialen Medien und der Lebenszufriedenheit aus). Anhand der Durchführung einer online Befragung als Methode war es möglich, die Hypothesen zu prüfen. Somit konnten sowohl H1, als auch H2 bestätigt werden. Das bedeutet, dass sich soziale Vergleiche durch soziale Medien allgemein leicht negativ auf die Lebenszufriedenheit der Nutzer*Innen auswirken. Zusätzlich konnte erkannt werden, dass bei Personen, die achtsamer sind, ein erhöhter sozialer Vergleich einen geringen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit der Individuen hat. Bei weniger achtsamen Personen hingegen hatte ein erhöhter sozialer Vergleich einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Lebenszufriedenheit der Individuen.



Kittmann, Sophie (2022)

Achtsame Smartphone-Nutzung: Ein Widerspruch in sich? Eine quasi-experimentelle Untersuchung zum Einfluss der Meditationsapp 7Mind auf den Umgang mit dem Smartphone und auf das Stressempfinden

Smartphones ermöglichen es, permanent online und verbunden zu sein und auf eine Vielzahl von Informationen zuzugreifen. Dies führt nicht nur dazu, dass Menschen eine Vielzahl an Gewohnheiten mit dem Smartphone entwickelt haben und sie eine Bindung zu ihrem Smartphone aufgebaut haben, sondern auch, dass Smartphone-Aktivitäten häufig parallel zu anderen Tätigkeiten ausgeführt werden. Zusätzlich wird eine innere Verbundenheit zu Online-Inhalten und -kommunikation beobachtet. Die permanente Online-Verbundenheit mit dem Smartphone führt oft zu Stress und - damit verbunden - zu gesundheitlichen Problemen. Eine potenzielle Maßnahme, mehr Kontrolle über die Smartphone-Nutzung zu erlangen, die zu weniger Stress führt, ist Achtsamkeit. Achtsamkeit ist eine akzeptierende Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Erfahrung. Eine immer populärer werdende Möglichkeit, Achtsamkeit jederzeit und ortsunabhängig zu lernen und zu praktizieren, ist mithilfe von Achtsamkeitsapps, wie z.B. 7Mind. Im Rahmen einer quasi-experimentellen 2x1-Between-Subject-Befragung, mit zwei Befragungszeitpunkten im Abstand von drei Wochen, wurde die Wirkung der Achtsamkeitsapp 7Mind auf die automatisierte Smartphone-Nutzung und den Stress untersucht. 43 Nutzer*innen der App (Experimentalgruppe) wurden vor sowie nach der 7Mind-Nutzung befragt. Die 46 Teilnehmer*innen der Kontrollgruppe nahmen nicht an der 7Mind-Nutzung teil, wurden aber auch vor und nach einem dreiwöchigen Zeitraum befragt. Mithilfe von einfaktoriellen Varianzanalysen mit Messwiederholungen wurden die Interaktionseffekte zwischen Zeit und Gruppenzugehörigkeit ermittelt. Durch das Meditieren mit der 7Mind App erhöht sich der Grad an Achtsamkeit der Teilnehmer*innen und reduziert die habituelle Smartphone-Nutzung, die Bindung zum Smartphone, die Online-Vigilanz und das Stresslevel. Das Smartphone-Multitasking zeigt keinen signifikanten Interaktionseffekt auf. Das App-basierte Achtsamkeitstraining stärkt somit einen bewussteren Umgang mit dem Smartphone, reduziert das Stressniveau und trägt demnach zu einem höheren Wohlbefinden bei. Dies ist die erste deutschsprachige Studie, die die Wirkung der 7Mind App auf den Umgang mit dem Smartphone untersucht. Daneben liefert die Arbeit die Erkenntnis, dass das Smartphone als Medium selbst dazu beitragen kann, die zu Stress führende, problematische Nutzung zu reduzieren, und dies mithilfe der 2.500 Jahre alten Methode Achtsamkeit.



Köhler, Max (2022)

Print. Sucht. Frame. Wie werden Alkoholsucht und von einer Alkoholsucht betroffene Menschen in den Print-Medien dargestellt?

Print-Medien spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen. Dies hat zur Folge, dass Print-Medien einen Einfluss auf die Stigmatisierung suchterkrankter Menschen, insbesondere bei Alkoholsucht, haben. So können Print-Medien auch dazu beitragen, Stigmatisierungen abzubauen, indem sie Alkoholsucht und dessen Betroffene entsprechend darstellen. Um herauszufinden, wie Alkoholsucht und hiervon betroffene Menschen in den deutschsprachigen PrintMedien dargestellt werden, wurde über den Zeitraum eines Jahres (2019) eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt. Daran anknüpfend wurde auf Basis der Framing-Theorie nach Entman (1993) untersucht, ob bestimmte dominierende Berichterstattungsmuster, sogenannte Frames, existieren und ob sich diese in den verschiedenen Print-Medien unterscheiden. Hierzu wurde in mehreren Schritten eine hierarchische Clusteranalyse durchgeführt. Als Ergebnis der empirischen Untersuchung konnten drei Frames identifiziert werden: Gesellschaft und Beruf, Folgen einer Alkoholsucht und Alkoholsucht als Prozess. Dabei ist zu erkennen, dass Alkoholsucht am häufigsten im ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Kontext thematisiert wird. Die schwerpunktmäßige Darstellung der Folgen oder des Prozesses, welcher hinter einer Alkoholsucht steht, lässt sich nur in knapp einem Drittel der untersuchten Artikel finden. In Bezug auf die Verschiedenheit der untersuchten Print-Medien konnten keine berichtenswerten Unterschiede in der Verteilung der Frames identifiziert werden.



Köhler, Urs (2022)

Wann macht Homeoffice glücklich? Eine empirische Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit und das Stressempfinden von Personen, die im Homeoffice beschäftigt sind.

Das Homeoffice hat sich im Zuge der COVID-19 Pandemie seit dem Frühjahr 2020 zu einem zentralen Thema in der Arbeitswelt in Deutschland entwickelt. Dies überschattet jedoch, dass die Arbeit im Homeoffice ohnehin seit Jahren auf dem Vormarsch ist und sich stetig weiter ausbreitet. Die Homeoffice-Situation, die durch die Pandemie geschaffen wurde, kann somit als eine Art Katalysator für das moderne Arbeiten der Zukunft verstanden werden. Geht man davon aus, dass Homeoffice tatsächlich in den kommenden Jahren die Art, wie Menschen arbeiten, verändern wird, so sind fundierte Forschungen zu diesem Thema von größter Wichtigkeit, da sie im Zweifel enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen. Die vorliegende Studie soll hierzu einen Beitrag leisten, in dem sie die Faktoren Arbeitszufriedenheit und Stressempfinden im Homeoffice untersucht und aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht versucht, Konstrukte zu ermitteln, welche jene beeinflussen. Hierzu wurden in einer Online-Umfrage die Arbeitszufriedenheit, das Stressempfinden, das Kommunikationsverhalten, die Häufigkeit verschiedener Kommunikationsmittel, das Verhältnis zu Kolleg*innen sowie die Einschätzung der eigenen technischen Kompetenz von Personen, die im Homeoffice beschäftigt sind, ermittelt (n = 125). Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass sich eine häufige Kommunikation im Homeoffice generell positiv auf die Arbeitszufriedenheit auswirkt. Dabei scheint es jedoch nicht wichtig zu sein, ob diese Kommunikation persönlich oder online stattfindet. Personen, die im Homeoffice arbeiten, sind darüber hinaus zufriedener, je häufiger sie die Kommunikationstechnologien E-Mai, Telefon und Videotelefonie nutzen. Auch eine gute Einschätzung der eigenen Kolleg*innen wirkt sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus, ebenso wie die selbst eingeschätzte Technikkompetenz. Diese hat aber wiederum keinen Effekt auf das Stressempfinden. Anhand der Ergebnisse lassen sich demnach wichtige Implikationen für die Kommunikationswissenschaft und Wirtschaft ableiten.



Meyer, Dorothea (2022)

Nie wieder „Slut“! Zur Wirkung einer unterhaltenden Präventionskampagne gegen das Phänomen „Slut-Shaming“ zur Minderung von sexueller verbaler Diskriminierung gegenüber Frauen

Alltäglich sind Frauen online als auch offline von sexueller verbaler Diskriminierung betroffen und werden aufgrund ihres vermeintlich sexuellen Verhaltens verleumdet und abgewertet. So werden nach wie vor geschlechtliche Normvorstellungen sowie sexuelle Stigmata aufrechterhalten, die zu geschlechtsbezogenen Ungleichheiten in der Gesellschaft führen. Durch soziale Medien wie Instagram wird die sexuelle Herabwürdigung von Frauen, auch bekannt unter dem Begriff „Slut-Shaming“, verstärkt. Mittels Entertainment Education können unterhaltende Bildungsbeiträge medial eingesetzt werden, um das Bewusstsein, die Einstellung als auch das Verhalten im Sinne der vermittelten Informationen zu beeinflussen. Die Strategie ist ein erfolgreiches Instrument, um u. a. soziale Problematiken zu adressieren und zu minimieren. Diese Arbeit stellt im Rahmen eines Online-Experiments (n = 284) den Einfluss dieser Kommunikationsstrategie dar, indem die Wirkung von unterhaltenden im Vergleich zu neutralen Instagram-Beiträgen zum Thema „Slut-Shaming“ auf das Problembewusstsein, die Einstellung als auch die Verhaltensintention gegenüber der sexuellen verbalen Diskriminierung von Frauen untersucht werden. Als theoretisches Fundament dient dabei das Entertainment Overcoming Resistance Model von Moyer-Gusé (2008). Es modelliert, inwiefern Entertainment Education die verschiedenen Formen des Widerstands durch ein erhöhtes Involvement in die Narrative überwinden kann. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgte mittels t-Tests für unabhängige Stichproben. Entgegen der aufgestellten Hypothesen hatte die Art des Instagram-Beitrages zum Thema „Slut-Shaming“ keinen Einfluss auf die Einstellung und die Verhaltensintention gegenüber der sexuellen verbalen Diskriminierung von Frauen. Die geplante Prüfung des Einflusses auf das Problembewusstsein war aufgrund eines technischen Fehlers nicht möglich.



Moltzahn, Marta (2022)

Unterstützung da bieten, wo andere sich ablenken - Die Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Unterstützung in sozialen Medien hinsichtlich der psychosozialen Gesundheit.

Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Dysfunktionalitäten der auf sozialen Medien gebotenen sozialen Unterstützung in Bezug auf die psychosoziale Gesundheit sichtbar zu machen und unter Anwendung der social support Theorie direkte Optimierungsvorschläge zu erarbeiten. Der Fokus liegt hierbei auf der Quelle der Unterstützungsleistung und wird unterschieden in laienhaft und professionell. Die Untersuchungsdaten wurden qualitativ anhand von 13 Leitfadeninterviews mit User*innen der sozialen Medien erschlossen, die sich im Alter zwischen 20 und 29 Jahren befinden. Anschließend wurden diese mit einer induktiven Vorgehensweise ausgewertet und kategorisiert, sodass verschiedene Ebenen innerhalb der Ergebnisse sichtbar wurden. Die Resultate der Untersuchung zeigen, dass alle Arten von sozialer Unterstützung auch in den sozialen Medien wahrgenommenen werden. Die wesentlichen Bedenken bei sozialer Unterstützung von Laien sind personenbezogene Bedenken und die fehlende Ausbildung. Die genannten Vorteile beziehen sich auf die Oberkategorien Persönlichkeitsmerkmale, die zuvor genannte fehlende Ausbildung und die eigens gemachten Erfahrungen. Bei den professionellen Hilfsangeboten sind die übergeordneten Bedenken Kosten, Datenfallen, personenbezogene Bedenken und technisch bedingte Bedenken. Während die Vorteile sich auf die Zugänglichkeit und die Ausbildung beschränken. Die Gründe für die Nichtinanspruchnahme von sozialer Unterstützung aus den sozialen Medien sind bevorzugte anderweitige Unterstützungsquellen, die technisch bedingte Ablehnung, Charakteristika des Unterstützungsangebotes und fehlende Berührungspunkte. Der Kern bei der Optimierung von sozialer Unterstützung in den sozialen Medien hinblicklich der psychosozialen Gesundheit ist sowohl bei laienhaften als auch bei professionellen Unterstützungsangeboten der Aufbau einer Vertrauensbasis.



Schlutter, Marie (2022)

Sexualisierung der Frau auf Instagram – Eine empirische Analyse des Vorkommens und der Auswirkungen von Sexualisierungen auf Instagram

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, welche unterschiedlichen Formen von Sexualisierungen sich auf Instagram gegenüber Frauen äußern und wie sich diese auf betroffene Frauen auswirken. Hierfür nahmen 235 Frauen ab 18 Jahren an einer Online-Umfrage zu erlebten Sexualisierungen auf Instagram, ihrem diesbezüglichen Empfinden und psychischem Wohlbefinden, einer daraus resultierenden möglichen Selbstzensur und Selbstobjektivierung sowie zu ihrem Umgang mit entsprechenden Sexualisierungen und ihrem Selbstwertgefühl teil. Insgesamt wurden diesbezüglich fünf verschiedene Hypothesen aufgestellt, untersucht und statistisch ausgewertet. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Frauen auf unterschiedliche Art und Weise auf Instagram sexualisiert werden, sie die entsprechenden Sexualisierungen als überwiegend negativ empfinden und ein Großteil der befragten betroffenen Frauen etwas gegen diese unternimmt. Außerdem haben entsprechende Sexualisierungen keinen negativen Einfluss auf ihr psychisches Wohlbefinden und ihr Selbstwertgefühl, sie bewirken ebenfalls nicht, dass sich betroffene Frauen nach ihrem Erleben selbst objektivieren sowie auf Instagram zensieren. Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert und sich mit den Limitationen dieser Arbeit befasst.



Zablotny, Julia (2022)

Was sind die Beweggründe von Menschen, die „achtsame“ Medieninhalte, wie Apps zum Meditieren, nutzen und welche Auswirkungen ergeben sich dadurch in deren Alltag?

Themen wie Meditation und Achtsamkeit rücken immer näher in die Mitte der Gesellschaft. Denn Meditations-Apps, welche die geistige Gesundheit fördern, verzeichneten einen rasanten NutzerInnen-Anstieg seit der Corona Pandemie 2020. Vor allem Marktführer-Apps wie Headspace oder 7Mind, welche Meditation und Einschlafhilfen anbieten, verzeichnen überdurchschnittlich steigende Nutzerzahlen (Gode, 2020). Dieser Zuwachs zeigt, dass dieses Medienphänomen eine immer wichtiger werdende Rolle in Bezug zur mentalen Gesundheit und Selbstoptimierung einnimmt. Wie werden die Menschen auf das Thema Meditation sensibilisiert? Inwiefern helfen Meditations-Apps den NutzerInnen? Die leitende Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit lautet: Was sind die Beweggründe von Menschen, die „achtsame“ Medieninhalte, wie Meditations-Apps, nutzen und welche Auswirkungen ergeben sich dadurch in deren Alltag? Anhand verschiedener Theorien der Zuwendungsforschung und der Medienselektion wurde versucht, sich der Beantwortung dieser Forschungsfrage zu widmen. Zentral ist hierbei die explorative Herangehensweise anhand zehn qualitativer Leitfadeninterviews, um die Beweggründe und den Umgang mit der Meditations-App zu erfahren. Anhand eines Leitfadens wurden verschiedene Items wie die Beweggründe, Nutzungsmotive- und Kontexte, die Auswirkungen und Veränderungen, sowie den Stellenwert der Achtsamkeits-App und die Lebenseinstellung befragt. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmenden oft dieselben Nutzungsmotive wie Schlafförderung und Stressregulation nannten. Einige Befragten wiesen Parallelen innerhalb der anfänglichen Motive auf, dass sie durch Prüfungsangst auf das Thema Meditation aufmerksam geworden sind. Andere Befragte nannten den emotionalen Stress als Auslöser. Darüber hinaus gab es auch den Effekt von Werbung, wodurch Befragte auf Meditation und Meditations-Apps aufmerksam gemacht worden sind.



Blazyca, Hanna (2021)

There's an App for that! Eine qualitative Untersuchung der Relevanz verschiedener App-Charakteristika für die Akzeptanz von Tinnitus-Apps aus Betroffenensicht



Budde, Linda Julie Carlotta (2021)

„Dick, doof, Diabetes“ – Die Darstellung von Diabetes in der Presse. Eine quantitative Inhaltsanalyse der Berichterstattungsmuster über Diabetes



Hagemann, Annika (2021)

Das Entlastungspotenzial von digitaler interpersonaler Mediennutzung für Personen ab 65 Jahren in der sozialen Isolation der Covid-19-Pandemie.



Hensel, Johannes (2021)

„Ich bin dann mal weg“ - Eine qualitative Untersuchung der Motive zur Durchführung eines Digital Detoxes



Janke, Lukas (2021)

Das Fleisch-Paradoxon: Eine kommunikationswissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der fleischbezogenen kognitiven Dissonanz



Klein, Maria (2021)

POPC gegen Einsamkeit? Eine standardisierte Befragung zur Untersuchung von digitalen Kommunikationstechnologien und der Online-Vigilanz in einer sozialen Isolation anhand des Beispiels COVID-19



Kürsten, Elisabeth (2021)

eHealth in Entwicklungsländern. Eine qualitative Untersuchung am Beispiel von „Babyl“ in Ruanda



Vogt, Marie Pauline (2021)

Autismus in der Presse. Eine empirische Qualitätsuntersuchung der Berichterstattung zum Asperger-Syndrom



 

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Zuletzt bearbeitet: 17.03.2026

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